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A.M.A.N. Hallo und herzöich willkommen zu Loops and Strings. Geniesst die Show : A.M.A.N. Carola A-Tronix Hi all. Have fun with our new Episode of TranceSensation DJ NordLicht Yeahhhhh ghosti Danke DJ NordLicht das war wieder Spitzenklasse A.M.A.N.

Statistik

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Davis & MayDa sich GlobalBeats FM immer über gute Musik freut und euch diese auf jede nur erdenkliche Art und Weise näher bringen will, an dieser Stelle mal ein unverbindlicher Tipp.

„Maripoza“ - so heißt ein Label, welches demnächst mit Auskopplung #7 aufhorchen lässt. Spannenderweise vermag das Label auf geheimnisvolle Weise zu reflektieren, was die beiden Owner Ryan Davis und Lanny May auch mit ihrer Musik vermitteln. Kollabierende Sounds und persönliche Momentaufnahmen stehen im Kontrast zu abstrakten Strukturen. Organische Instrumentierungen eröffnen Panoramen, aus deren verschachteltem Aufbau man dank durchdachter Technosounds und straighter Absichten wieder in den Minimal Club zu finden vermag, in dem dann auch genregerecht die Wade zuckt. Das alles zusammengenommen und gepaart mit mediterraner Lebensfreude macht die beiden Köpfe zu einer der spannendsten Entdeckungen im Techno-Kanon. Die Magdeburger Elektronik Schmiede Maripoza hielt im Jahr 2007 mit beachtlichen Releases ein konstant hohes Niveau. Das verdient Respekt und so konnten wir uns nicht lumpen lassen, dem Duo ein paar O-Töne zu entlocken.


Vorab die bescheidene Frage: Wie geht es euch?
Uns geht es bestens, danke dir.


Gerade eben ist euer Remix zur neuen Minilogue Single „Thats A Nice Way To Give Me Feedback“ erschienen. Gab es bereits Feedback?
Der Remix hat uns schon das ein oder andere nette Feedback gebracht, was uns natürlich auch bei jeder unser anderen Produktionen immer freut. An sich erkennen wir auch so momentan eine positive Welle die uns einen Schritt weiter trägt. Ob das jetzt am Remix liegen mag, sei allerdings dahingestellt…es entwickelt sich eben um uns herum.


Wie fing es mit Maripoza an, was hat euch überhaupt motiviert ein Label zu gründen?
Musik begleitet uns auf Schritt und Tritt. Es ist einfach ein Medium, das uns niemals loslässt, ohne dabei langweilig zu werden. Für uns Beide steht fest, dass der Weg über die Musik in die Zukunft, unser absoluter Favorit ist. Das Label soll ausdrücken, mit wie viel Leidenschaft wir dabei sind. So haben wir relativ früh und „unbekannt“ dieses Label gegründet, damit Songs, die vielleicht in der heutigen Situation weniger Chancen haben, ein Release bekommen. Sie müssen aber unseren Geschmack treffen.Dazu kommt natürlich auch, dass es eins unserer Medien ist, um den Davis & May Sound zu verkünden. Alles in allem ein Label, zum lieb haben, wenn man's mal kitschig sagen möchte. Aber auch bei Maripoza wird eine Entwicklung klar. Auf einen bestimmten Stil wollen wir uns allerdings nicht festlegen. Es soll einfach Spaß machen, unseren Scheiben zu lauschen.


Trotzdem erlauben wir uns die Frage: Wie klingt Maripoza?

Maripoza klingt anregend, traumhaft, tanzbar, relaxed, berauschend, hypnotisch, einzigartig, abwechslungsreich … sollen wir weiter machen?


Wie werdet ihr auf die Producer aufmerksam? Entdeckt ihr selbst, bekommt ihr Empfehlungen oder ganz klassisch der Demo-Weg?
Wir haben da verschiedene Herangehensweisen. Wir bekommen Demos als CD und uploaded Mp3s. CDs erhalten natürlich einen größeren Stellenwert beim Demomaterial. Andererseits muss man wirklich zugeben, dass man aus einem nicht so guten Song auf CD keinen besseren machen kann und ein super Song als Mp3 ein super Song bleibt. Was uns allerdings oft fehlt, ist das Introducing vom Künstler. Die Mühe, uns das zu beschreiben, was sie machen, wer sie sind etc. Da bekommt man nur noch einen Link und das war's. Wir finden das persönlich irgendwie abschreckend.

Der zweite Weg ist natürlich das wir ein bissl rumkramen im Netz, wobei MySpace die größte Basis ist. Das ist ja heutzutage ein ähnlicher Stellenwert wie eine eigene Website. Ja so suchen wir uns unsere Artists zusammen. Inzwischen bekommen wir schon a lot of Demos. Manchmal weiß man gar nicht mehr, was was war. Am besten wäre, ein Ordner mit echtem Namen, Künstlernamen, Email und dem Song, also uploaded. Oder noch besser eine CD, da bemerkt man auch die Mühe der Künstler. Die Adressen stehen alle auf myspace.com/maripozarec. ;-)


Wie muss ein Track klingen, um euch zu begeistern und auf Maripoza erscheinen zu können?
Wie muss ein Track klingen... mhh, am besten ist es, wenn wir durchzappen, den Aufbau erahnen und die Sounds. Das sind schon oft entscheidende Sekunden, in denen man hört, was den Song an sich ausmacht. Da kann durchaus schon eine positive Welle überschwappen oder das Ganze schlägt sofort in Ablehnung über. Da kann meist schon das eine oder andere aussortiert werden. Schritt zwei ist dann natürlich, den Song ganz anzuhören und dabei zu merken ob der Spannungsbogen gehalten werden kann und wie sich das Ganze wirklich zusammenfügt. Bei Genres hingegen ist uns das nicht so wichtig mit dem einhalten, da kann unserer Meinung nach wirklich alles geschickt werden. Am Ende muss es einfach unsere Aufmerksamkeit wecken können und uns begeistern.


Ihr habt es geschafft, vom ersten Release an eine hochqualitative Linie an Veröffentlichungen beizubehalten, die größtenteils von neuen, unverbrauchten Producern stammen, mit Remixen für bekannte Aktivisten. Dazu ein schickes Artwork und viele bekannte DJs die Maripoza Platten spielen. Gibt es eine Erfolgsformel?
Eine Formel gibt es glauben wir für gar nichts. Man muss irgendwie versuchen, das was man mag zu zeigen und die Leidenschaft die dahinter steckt, zu offenbaren. Wir glauben, wenn andere Leute bemerken, was man mit einem Projekt ausdrücken möchte, dann kann man damit jemanden begeistern. Maripoza ist von klein auf handgemacht. Wir haben die Artworks selbst gemacht, die Künstler selbst gefunden, ausgenommen uns, wir hegen mit den Artists sehr ausgiebige Kontakte und stecken in jedes Release viel Liebe, das bleibt bei einigen Labels heutzutage auf der Strecke. Vielleicht ist das eine gute Rezeptur um zu zeigen, wie ernst es uns ist und das kommt dann auch bei den Leuten an.


Was sind eure Erfahrungen als Labelmacher mit der Musikindustrie, Vertrieben, anderen Labels usw.?
Es gibt gute und schlechte Erfahrungen, das kann man nicht unbedingt pauschalisieren. In der Musikindustrie geht es wie in jeder anderen Industrie in erster Linie um das gute Geld, was, wenn man Musikliebhaber ist, nicht immer einfach zu verstehen ist. Man braucht manchmal ein dickes Fell, um sich durch diesen Dschungel zu boxen. Aber es gibt auch genug schöne Aspekte und Erfahrungen, die einem begegnen und die die Arbeit etwas sonniger machen.


Nun zu eurem Digitallabel "*Back Home" - welche Intention steckt dahinter?
Wir haben eine Menge Demos bekommen, die wir sehr sehr gut fanden und machen auch selber so viel Musik, dass wir uns dachten, diese Songs müssen auch die Möglichkeit haben, gehört zu werden. Da es uns nicht möglich ist, all diese wunderschönen Songs auf Vinyl zu releasen, war für uns klar, wir machen ein Digi-Label. Wir releasen hier verrückte, schöne, abstrakte und vor allem melodiöse Sachen, die, wie auch schon auf Maripoza, teilweise genreübergreifend daher kommen. Das ist quasi eine zusätzliche „Schatztruhe“ mit Songs von Freunden zur Freude.


Das führt uns gleich zur nächsten Frage: Die Musikszene jammert allgemein seit Jahren über Einbrüche in den Verkaufszahlen und Mp3-Filesharing und die Käufer über Übersättigung bestimmter Genres. Wie seht ihr als Label die momentane Situation und wie setzt ihr dagegen?
Da kann man nur sagen, es werden zu viele Möglichkeiten geboten, solche Dinge überhaupt zu tun. Zu viele Foren und andere Sachen, wo Leute wirklich die Chance haben, die Songs mal eben mit tausenden von Leuten zu teilen. Es ist sehr schade, dass Vielen da Draußen nicht klar ist, was die Songs bedeuten, dass sie ein Stück Persönlichkeit des Künstlers sind und das eine ganze Menge Arbeit dahinter steckt. Durch dieses kostenlose Rumgeschicke und Verteilen, geht irgendwie ein großer Teil des Zaubers hinter der Musik verloren. Wenn alle akzeptieren würden, dass man als Künstler auch etwas verdienen muss, um zu leben und auch, um sich nur auf die Musik zu konzentrieren, dann würde das besser laufen. So zerstören die Leute auch die Künstler mit ihrem Egoismus. Das hat nur irgendwie noch keiner bemerkt... Hoffen wir das Beste!


Wie wichtig ist für euch das Internet (Stichwort Foren, Mp3-Shops usw.)?
Das Internet an sich ist schon eine großartige Kommunikationsquelle. Der Austausch unter Artists, eine Plattform für die Labels und das Versenden von Daten und Informationen auf solch einem Level ist heutzutage schon fast unverzichtbar geworden. Auch die Mp3-Shops sind ne feine Sache. Manchmal kommen die Songs zwar etwas später raus, als wir sie eigentlich haben wollen, aber es ist wirklich schön, dass man die Musik auch bekommt, die man möchte. Dafür kann man dann auch ruhig bezahlen.

Foren spielen jetzt keine so große Rolle, obwohl es schon lustig ist, wenn man mal über ein Forum stolpert, wo der eigene Song beredet wird. An sich nimmt sich heute aber auch kaum noch wer wirklich Zeit, seine Meinung kund zu tun, haben wir das Gefühl. Das liegt auch an der Überschwemmung der Musik durchs Internet als negativer Aspekt. Der einzelne Song verliert an Bedeutung und das wirkt sich auch aufs Ganze aus.


Wie war 2007 für euch und was dürfen wir noch im Jahr 2008 von Maripoza und eurem Digitallabel erwarten?
2007 könnte man quasi als „the Beginning“ ankreiden. Mit unseren ersten Veröffentlichungen und den darauf folgenden Resonanzen können wir schon recht zufrieden sein, das hat uns natürlich angespornt. So richtig wissen wir wohl auch gar nicht mehr, wie viele das dann am Ende waren. 2007 hat uns somit also quasi das erste in-touch mit der Szene gegeben, die erste Tuchfühlung auf dem Gebiet, welches wir schließlich auch irgendwann mal flächendeckend erobern wollen.

2008 wird ein Jahr werden, in dem man stark merkt, das sich unser Sound weiterentwickeln wird und das Ganze sich ein klein wenig anspruchsvoller gestaltet, was nicht heißen soll, dass wir uns bis dato nicht mit jedem Song angestrengt haben. Jeder Track hat seine Geschichte, seinen Zeitpunkt und seinen Anspruch auf Beachtung. 2008 wird also weiterhin mit Davis & May zu rechnen sein, aber etwas gereifter (wenn man das überhaupt so sagen darf). Wir gehen eben unseren Weg und es wird genauso spannend wie letztes Jahr.


Wie sucht ihr die Remixer aus? Legt ihr hauptsächlich das Augenmerk auf "momentan angesagt“ oder was sind eure Kriterien?
Remixer werden eigentlich schon nach unserem Geschmack ausgesucht. Was der Scheibe eventuell nochmals eine andere Betrachtungsperspektive ermöglichen könnte oder sie komplettiert, ist immer ein Auswahlkriterium. Natürlich sind auch „aktuelle“ Produzenten attraktiv für unser Label, deswegen werden wir auch darauf in Zukunft ein Auge werfen. Es bleibt aber im Großen und Ganzen nach unserem Geschmack.


Was ist partytechnisch 2008 bei Davis & May geplant?
2008 sind wir natürlich wieder auf etlichen Partys und Veranstaltungen zu hören und zu sehen.


Was steht für Juni/Juli auf eurem Releaseplan?
Ob im Juni oder Juli genau, können wir noch nicht sagen, aber die nächste Maripoza steht vor der Tür. Es wird diesmal wieder eine EP von uns (Davis & May) mit einem sehr schönen Solar & Poppcke Remix. Auch auf unserem Digital Label *Back Home wird eine nächste Davis & May EP erscheinen. Außerdem kommt ein Release auf dem Label Audioinvaders und etwas Neues auf Piemont. Danach schauen wir mal, was dann in Angriff genommen wird. Alles in allem haben wir mal wieder alle Hände und Ohren voll zu tun.


Blöde Frage eigentlich: Wo seht ihr euch in 10 Jahren?
In 10 Jahren sitzen wir hoffentlich immer noch so oft es geht im Studio und spielen so oft es geht, in den Clubs dieser Welt. Vielleicht touren wir auch mit einer Band rum... is ne kleine Spinnerei ^^


Dann wünschen wir Euch für die nächsten 10 Jahre auf jeden Fall viele schicke Releases und immer ein glückliches Händchen, bei allem, was ihr in Angriff nehmt. Wir freuen uns auf das Gast-Set von euch.

Der Titel "Urgestein" ist bei jemandem wie Thomas Schumacher auf jeden Fall angebracht. Zumindest solange er im Sinne von "legendär" und weniger mit der Bedeutung "veraltet" benutzt wird. Im Rahmen seines Sets für GlobalBeats FM bei der Show Get Wilde hatten wir die Möglichkeit, Thomas einige Fragen zu stellen. Unser Ziel war es, etwas besser zu begreifen, wie jemand denkt und arbeitet, der schon so lange in der Szene aktiv ist, wie manch einer unserer Hörer noch nicht einmal alt ist. Lest selbst, ob uns dieser Einblick gelungen ist.


Thomas SchumacherGlobalBeats FM: Hallo Thomas. Danke erst mal, dass du ein wenig Zeit für uns gefunden hast. Du bist inzwischen schon fast 20 Jahre dabei. Macht dir das Auflegen und Produzieren noch so viel Spaß wie früher? Und jetzt bitte keine „Klar, sonst würde ich es nicht mehr machen“-Antwort. Ein bisschen Routine bestimmt dann schon die Herangehensweise, oder?

Thomas Schumacher: Ja, es macht mir noch so viel Spaß wie früher, teilweise sogar noch mehr, weil ich die guten Momente noch intensiver erlebe als in jungen Jahren. Durch die Erfahrung merke ich jetzt ganz genau, wann es soweit ist, dass die Leute sich gut fühlen und gehen lassen. Dann genieße ich jede Minute eines Sets und die Zeit verfliegt.
Was die Routine angeht, so bin ich manchmal über mich selbst erschrocken, wenn ich sehe wie „routiniert“ manche Kollegen ihre Sets durchziehen. Da sind die Abläufe und mixe teilweise komplett geplant. Sowas gibt es bei mir nicht, jeder Abend ist anders, jedes Set verschieden. Ansonsten könnte ich ja auch eine vor-gemixte CD einlegen. Routine hilft allerdings auch, gerade in Situationen wo es eventuell mal ein bisschen länger dauert, bis die Leute sich warm gemacht haben. Da kühlen Kopf zu bewahren und nicht gleich panisch zu werden, hilft sehr.


Wo du gerade den kühlen Kopf ansprichst: Was würdest du eigentlich heute machen, wenn du die elektronische Musik nicht als deine Leidenschaft entdeckt hättest?
Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Music is my life, macht mich glücklich und gibt mir sämtliche Möglichkeiten mich auszudrücken. Mehr kann ich nicht erwarten.


Was sind aus deiner Sicht die 3 größten Veränderungen in der Szene seit dem du dabei bist?
1. Der „Rave“ ist bis auf ein paar Ausnahmen ausgestorben
2. DJs legen mit MP3 Files auf
3. Es gibt kaum einen Flecken auf der Erde der noch nicht „bespielt“ wurde


Interessante Einschätzung. Zweifelsohne alles Dinge, die heute anders sind als früher. Aber viel wichtiger noch: Wie findest du diese Veränderungen? Gut oder trauerst du eher der alten Zeit hinterher?
1. Raves vermisse ich eigentlich nicht. Die guten Raves gab es meiner Meinung nach sowie nur bis Mitte der 90er. Danach war es nur noch Kommerz
2. Ich kann dem auflegen mit dem Laptop nichts abgewinnen
3. Die „globalisierung“ der Musik ist toll, der „Code“ war von Anfang an international da kein Gesang und somit weltweit relevant.


Gerade kam schon der Laptop in deinen Top 3-Veränderungen vor: Vor allem Nachwuchs-DJs, aber auch immer öfter „alte Hasen“ stellen sich die Frage, ob sie mit Vinyl oder digital auflegen sollen. Dass du kein „Vinyl-only“ Verfechter bist, wissen wir schon, aber mit was macht dir das Auflegen am Spaß?
Ich bin ganz klar ein Vinyl Freund und spiele ausschließlich von CD, wenn es noch kein Vinyl des Titels gibt. Vor ca. 3 Jahren habe ich für 6 Monate sehr viel von CD gespielt, schlicht und einfach aus dem Grund, damit ich die Technik gut beherrsche. Als ich mit meinen Skills zufrieden war, habe ich direkt wieder meine Plattentasche gepackt. Für mich ist und bleibt Vinyl mit Abstand die erste Wahl, wenn es ums Auflegen geht. Der Sexappeal eines DJs, der die ganze Nacht auf seinen Bildschirm glotzt, geht gegen Null. Das habe ich schon so häufig erlebt. Das ist der große Nachteil dieser Techik. Wir veröffentlichen weiterhin Schallplatten auf Spielzeug und die Leute kaufen diese auch mit Begeisterung.

Thomas Schumacher


Die meisten DJs hören zu hause natürlich noch jede Menge Musik, die nichts mit Elektronik zu tun hat. Von welchem Gerne oder welchen Künstlern lässt du dich am ehesten inspirieren? Immer noch Depeche Mode, die quasi deine Begeisterung für EDM geweckt haben?
Mit Depeche Mode ist es schon fast ein Ehe-ähnlicher Zustand. Man hat gute Zeiten, tolle Zeiten und auch mal schlechtere...Mit dem letzten Album konnte ich gar nichts anfangen, diese Stadion-Rock-Attitüde gefällt mir nicht. Exciter hingegen war total mein Ding. Also warte ich bis in ein paar Jahren ein neues Album erscheint und dann sehen wir weiter. In der Zwischenzeit höre ich ab und zu mal Depeche Mode, aber nicht jeden Tag. Ansonsten interessiere ich mich für fast alles, was so erscheint. Die Möglichkeiten, spannende, neue Musik zu hören sind durch das Internet explodiert und ich freue mich darüber. Insbesondere wenn man nicht so viel Zeit hat extra in einen Laden zu gehen und CDs durchzuhören, ist das Online Angebot fantastisch. Mein letzter Kauf? Overpowered von Roisin Murphy. Eine grandiose Nummer!


Apropos Inspiration, du bringst nicht nur viel unter deinem Namen Thomas Schumacher heraus sondern auch zusammen mit Caitlin Devlin für das Projekt Elektrochemie. Wie läuft das dann im Studio ab? Sitzt ihr während der gesamten Produktion gemeinsam an dem Stück oder werden die einzelnen Schritte eher aufgeteilt?
Meistens beginne ich mit einem Playback und spiele es Caitlin dann vor. Wenn es sie anspricht, schreibt sie den Song dazu und nimmt die Vocals in ihrem Studio auf (wir haben 2 Aufnahmeräume in unserem Studio). Das Ergebnis hören wir uns dann wieder gemeinsam an und entscheiden, wie es weitergeht. Oftmals spielen wir uns so die Bälle mehrmals hin und her, bis wir mit dem Song zufrieden sind. Momentan arbeiten wir an unserem Debüt Album für Get Physical und wir haben uns entschieden, an den Songs gleichzeitig zu arbeiten. Das ist eine neue Erfahrung: Früher haben wir jeden Song komplett ausproduziert und haben danach mit dem nächsten Titel begonnen. Das war uns beiden aber zu unflexibel, gerade wenn man ein Album produziert kann sich im Laufe der Aufnahmen noch so viel verändern, schließlich dauert es mehrere Monate bis es im Kasten ist. Da ist es gut, die Titel noch ein wenig „offen“ zu lassen, um am Ende dem Album eine klare Handschrift und Linie zu geben.


Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle übrigens jetzt schon mal zu deiner nächsten Veröffentlichung: „Pink Boots“. Auch wenn noch nicht offiziell erschienen, ist ja fast darauf zu warten, dass der Track sämtliche Charts aufmischen wird.
Was dürfen wir denn nach „Pink Boots“ erwarten? Wieder ein Release als Thomas oder eher eine neue Elektrochemie auf Get Physical?
Das Elektrochemie Album ist für September geplant. Ich hoffe bis dahin noch eine Maxi auf Spielzeug zu veröffentlichen, das hängt aber auch immer sehr mit meinem Tourplan zusammen. Auf jeden Fall erscheint noch in diesem Jahr die 6. Perlen Mix CD auf Spielzeug und wir planen zudem eine „Best Of“ CD mit neu gemischten Titeln und Versionen aus meinem Back Katalog. Wie immer, es gibt viel zu tun!


Und gibt’s eigentlich noch Ziele, die man als so erfolgreicher Musiker, wie du einer bist, noch erreichen will?
Na klar! Ich bin noch lange nicht „satt“ und von Natur aus ehrgeizig. Das Tolle ist doch die Tatsache, dass sich die „Szene“ ständig verändert und es eine riesen Herausforderung ist, sich den Veränderungen zu stellen und seinen Sound weiter zu entwickeln. Das brauche ich um auch nach 20 Jahren noch „heiß“ zu sein! Konkret arbeiten wir gerade an einer konzert-tauglichen Umsetzung unserer Elektrochemie Show, denn die Vorstellung, unseren Sound in einem konzertanten Umfeld zu spielen, reizt mich total. Wär‘ ja auch nicht schlecht eines Tages mal auf der Waldbühne hier in Berlin zu spielen.


Thomas, wir danken dir für das Interview und wünschen viel Erfolg mit deiner aktuellen Veröffentlichung „Pink Boots“! Außerdem freuen wir uns natürlich ganz besonders schon auf "Elektrochemie in Concert" und drücken die Daumen, dass alles klappt.
Danke!


Noch mehr Einblicke in Thomas Schumachers kreatives Schaffen, seine nächsten Gigs und Bookingmöglichkeiten gibt's unter den folgenden Adressen:
http://www.thomasschumacher.com/
myspace.com/ultimatethomasschumacher
http://www.spielzeugschallplatten.de/
http://www.wildebookings.com/
Elektrochemie on beatport.com: Get Yourself EP

Timo Maas produziert zusammen mit seinem langjährigem Partner Martin Buttrich, und das relativ erfolgreich, was auch Remixaufträge für Madonna, Placebo, Fatboy Slim uvm. beweist! Warum sich der Erfolg des Duo´s fast ausschließlich auf das Ausland beschränkt, bleibt ein Rätsel. Am ehesten lässt es sich wohl damit erklären, dass ihre Musik genreübergreifend ist und sie damit zumindest in Deutschland eine gewisse Zurückhaltung erfahren. Nichts desto trotz bringt es Timo Maas auf eine beachtliche Anzahl an Gigs im Jahr, da wollen wir ihn mal fragen, wie es gerade um ihn bestellt ist und mal sehen, ob wir ihm Neuigkeiten entlocken können.


Timo MaasErst einmal danke, dass Du Dir ein wenig Zeit für uns nimmst – Du kommst gerade vom Sonar Festival aus Barcelona – wie war`s und wie geht Dir im Moment? Mir gehts prima, Danke der Nachfrage... ;) Sonar war` n Knaller, ich durfte das Closingset in der Openair Area spielen...in den Sonnenaufgang! Hat schwer geflasht.


Mir ist aufgefallen, dass Deine Myspace Seite in gewisser Weise aktueller erscheint als Deine offizielle Homepage, wie kommt das? ;-) Ganz einfach, ich bin'n Myspace-Nerd!


Du legst seit über 20 Jahren auf – bekanntlich ist der Anfang ein Müßiggang. Kann man sagen, dass es damals leichter war an Gigs zu kommen als heute? Wenn man das so sagen kann …
Es war gerade in den Anfangstagen extrem schwer, überhaupt Gigs zu bekommen, speziell Technogigs, da die Szene schon viel kleiner war früher. Heutzutage ist es eigentlich schon einfacher und die Qualität der Gigs ist auch besser.


Ich schätze, die wenigsten wissen, dass Du für Deinen Tori Amos Remix eine Grammy Nominierung erhalten hast – bist Du darauf besonders stolz, oder gehörst Du zu denjenigen, die es nicht mögen, wie ein Zuchtbulle prämiert/nominiert zu werden?
Natürlich sind wir (Martin Buttrich war ja auch nominiert) da sehr stolz drauf. Wir haben nur nie ne dicke Pressekampagne deswegen gemacht. Ich bin stolz auf alles, was ich erreicht habe bis jetzt!


Ich könnte mir vorstellen, dass es im Ausland noch heftiger ausfällt, aber wie gehst Du mit dem Rummel um Deine Person um, lernt man mit der Zeit, damit umzugehen? Immerhin schenkt Dir sogar der Spiegel Aufmerksamkeit … Das war und ist auch immer noch ein langer Lernprozess. Es gibt nunmal keine Schule, in der man lernt erfolgreich zu sein, und du musst deinen eigenen Weg dadurch finden. Wer mich kennt, weiss, dass ich meine Arbeit sehr ernst nehme, mich selber dann aber doch nicht so sehr... ;))


Die FAZ hat Dich mal als herumtingelnden Trance-DJ geschimpft und Dich als popkulturelles Phänomen bezeichnet, was sich damals auf das “Loud“-Album bezog. Ihrer Meinung nach, war es keine Reputationssteigerung - wie gehst Du mit solcher Kritik um bzw. nimmst Du diese Äußerungen als solche wahr? Jede Kritik ist gut, egal ob es gut oder schlecht ist... ich ziehe mir aber auch nicht jeden Schuh an, der irgendwo rumsteht, oder nehme Stories persönlich. Ich war ja selber eine Zeit lang genervt von dem Phänomen „Timo Maas“, so verstehe ich schon, dass die FAZ oder die Spex regelrechte Hasstiraden in meine Richtung gefeuert haben...dabei waren sie ja selber „Opfer“ meines Hypes, weil sie ihn mitkreiert haben. Also: Jede Presse ist gute Presse“


Dagegen war “Pictures“ eine Weiterentwicklung, lässt Du Dir für ein weiteres Album noch etwas Zeit? Ich arbeite gerade an einen neuen Albumprojekt.


Wie sieht es produktionstechnisch bei Dir/bei Euch momentan aus, dürfen wir in Zukunft wieder etwas spannendes erwarten, gibt’s vielleicht wieder interessante Collaborationen?
Ja, s.o. ;)


Du hast gerade die Beatsteaks geremixed (einer meiner Lieblingsbands), wird der Remix nur auf dem Spiderman Album erscheinen oder bekommt er noch ein eigenes Release? Sowohl als auch! Die Single wird gerade promotet, und das Spiderman Album ist auch veröffentlicht...


Nun mal raus mit der Sprache ;-) wenn Martin und Du im Studio seid, wer macht was, wie ist die Aufgabenverteilung? Martin programmiert und mischt, ist eben unter anderm der geniale Engineer. Die Musik entsteht aus unseren gemeinsamen Ideen, meiner langjährigen Erfahriung als DJ in allen Lebenslagen etc... Zusammen schweisst uns das Verständnis, welche Musik wir cool finden und die Möglichkeit durch Martin, jede noch so schräge Idee perfekt zusammenzubauen, ....


Da immer mehr abzusehen ist, dass das digitale Zeitalter auch im DJ-Bereich weiter Einzug hält, wird es schwierig für Vinyl, sich zu halten, zumal Du sicherlich auch viel Demos per Email und über Deine Myspace Seite bekommst. Bleibst Du trotzdem bei Vinyl? Logo, der Sound ist meiner Meinung nach immer noch besser als jede CD oder mp3. Zudem finde ich es auch erheblich spannender, mit dem anfälligem Vinyl zu arbeiten, mit allen Vor- und Nachteilen. Gerade auch die Jagd nach neuem Vinyl ist eine sehr aufregende und auch aufwändige Sache...mein Jagdgen wird befriedigt, macht also auch viel Spass!


Timo, Du hast schon sooo viele Gigs hinter Dir, gibt es eigentlich noch Sachen, Kuriositäten etc. die Du auf Deinen Touren erlebst? Jedes Wochenende auf Neue...das ist ja gerade das Geile an meinem Job, du weisst NIE, was du tatsächlich erleben wirst... Irgendwann schreibe ich mal ein Buch über die schrägsten Sachen, Stoff genug hätte ich schon jetzt... ;)


Wie sind Deine Eindrücke über neuer Medien wie z.Bsp. Webradios, die Plattform Myspace, Digital Distribution etc.? Alles super, sehr interessant...Musik wurde noch sie so flächendeckend verbreitet. Für mich als Live-Künstler auch ein nicht unerheblicher Faktor in der Verbreitung meiner Sache... Ohne Internet würde ich nie in Ländern wie Dubai, Korea, China etc etc spielen...


Und was sind Deine musikalischen Interessen außerhalb der Elektronischen Musik, welche Bands, Genres? Ich höre extrem viel Musik aus allen möglichen Richtungen...Rock, HipHop, Jazz, Soul, Electronica, alles!


Neulich hat ja wieder der Tresor in Berlin aufgemacht und Du darfst dich dort als Resident ehren und man darf den Herrn Maas häufiger in Deutschland hören. Freust Du Dich genauso wie wir darauf? Bin gespannt wie ein Flitzebogen...sind ja nur ein paar Tage noch. Ich werde auf jeden Fall ein langes Set von mindestens 4h spielen...


Warst Du sehr nervös vor Deinem Gig letztes Jahr als Support-Act von Depeche Mode? Und wie, ich war echt sehr selten SO nervös wie vor dem Gig. Ist schon ne andere Sache mit dein Jugendheroen auf einer Bühne zu stehen, als mit irgendeinem DJ-Kollegen...


Hast Du vorher schon einmal von Globalbeats.fm gehört? Ja!


Wie sieht ein perfekter Tag für Dich aus? In erster Linie gute Laune, und im Idealfall ein Tag mit meiner wundervollen Familie und meinen Freunden, egal was mir machen, macht eigentlich immer Spass


Hast Du einen Lieblingstrack momentan? Ja, einige sogar, aber die neue Audion is schon n krasser Knaller!


Wir danken Dir für die Zeit! Hoffen, dass Du uns noch lange als DJ erhalten bleibst, und vielleicht laufen wir uns mal im Tresor über den Weg ;-)
Dann bring nen Wodka mit! ;)


Links:
www.timomaas.com
www.myspace.com/timomaas

Der Producer Chris VonderKolk machte mit dem Überraschungshit “Going Down“ das erste Mal auf sich aufmerksam, welcher von Größen wie Gabriel & Dresden, Pete Tong oder Max Graham supported wurde. Aktuell beschert er uns gerade mit seinem Remix zu der Cerf, Mitiska & Jaron Single “Light The Skies“ ein weiteren Beweis dafür, das von Ihm in Zukunft noch sehr viel gutes Material kommen wird. “Light The Skies“ wurde erfolgreich in den Aprilpoll des MixMag aufgenommen und ebenfalls auf der vor kurzem erschienen“A State Of Trance“ 2007 Compilation gefeatured. Ein Grund mehr, um Chris bzw. Mr. Retrobyte zum Interview einzuladen.


RetrobyteHallo Chris, wie geht es dir denn gerade so? Mir geht´s fantastisch, danke!


2006 war Dein erstes großes Jahr kann man sagen, was waren die Highlights? Also das größte Highlight war definitiv die Veröffentlichung meiner ersten Vinyl “Going Down“, welche auf dem Label von Gabriel & Dresden rauskam. Ein wirklich großes Datum bisher für mich. Gabriel & Dresden haben einen riesigen Einfluß auf meine Arbeit als Musiker. Uns sie sind diejenigen, die mich dazu gebracht haben, in die Dance Schiene einzusteigen. Umso mehr war es für mich wie eine Art Kompliment, als sie den Track für ihr eigenes Label lizensierten.


Erzähl uns ein wenig über deine musikalischen Wurzeln, wie und wann hast du angefangen, Musik zu produzieren? Ich fing schon im Kindesalter an mit Musik “rumzuspielen“. So ist es nicht verwunderlich, dass ich versuchte, mit Mikrofon und dem Windows Sound Maker, meine ersten Remixe zu basteln. Irgendwann entdeckte ich für mich Ableton Live und war fasziniert davon, wie diese Technik mit diversen Songs und Effekten arbeitete. Als Ableton sich mit MIDI verband, war das quasi der Start für meine wirklich ersten musikalischen Schritte. Nach und nach lernte ich die Umgehensweise kennen und so führte es immer mehr zu ernst gemeinten Ergebnissen.


Im übrigen habe ich festgestellt, dass Du Dich ungern auf einen Musikstyle festlegst, ist das richtig? Das ist wahr, man könnte es so beschreiben:  ich höre und verfolge auch so viele Richtungen der Musik allgemein, dass ich selbst gar keine Unterschiede mehr mache, d.h. ich will mich auch gar nicht festlegen, weil mir einfach zu viele verschiedene Einflüsse gefallen. Bestimmte Richtungen, besonders in der Dance Musik, sind meiner Meinung nach einfach erforderlich, so dass ich auch nie jemanden sagen würde, ich wäre jetzt nur ein Progressive-Producer oder ein reiner Tranceartist. Die Stilrichtungen überschneiden sich doch immer mehr, umgekehrt würde ich auch nicht wollen, dass mich jemand als reinen “Electro- oder Trancefreak“ bezeichnet. Ich sage aber auch nicht, dass meine Musik, die ich produziere, stets ein Stilbruch haben muss. Die Intention die ich beim produzieren habe ist, lediglich zu zeigen, dass meine musikalische Persönlichkeit fähig ist, mehrere Facetten zu bedienen.


Chris, Du bist gerademal 20 Jahre jung – als ich Deine fertigen Remixe gesehen habe, war ich erstaunt, wie sehr aktiv Du bereits unterwegs bist. Wann genau kam das Interesse für das Elektronische!?  Als ich noch jünger war, war ich noch sehr auf Popmusik fixiert. Während der Remixerfahrungen ergab sich das irgendwie von selbst, der Sound wurde clubtauglicher, wie eventuell Sachen von Hex Hector, Peter Rauhofer, Thunderpussy oder Junior Vasquez. Und bei irgendeiner Schulfeier hörte ich zum ersten Mal “Around The World“ von Daft Punk, der Typ, der das dort gespielt hatte, gab mir gleich eine CD mit deren Album “Homework“, was mittlerweile eins meiner absoluten All-Time-Platten ist. Seitdem bin wirklich ein Gefangener dieser Musik.


Ok, wurdest Du sonst noch von wem besonders musikalisch beeinflusst? Definitiv und am meisten von Gabriel & Dresden. Von ihnen hab ich auch die meiste Inspiration gesammelt. Desweiteren bin ich ein großer Anhänger von Basement Jaxx, ihre konstant gute Symbiose aus Dance Musik, Rock und Pop beeindruckt mich immer wieder, das gleiche mit Groove Armada.


Was macht Deine Beziehung zu Gabriel & Dresden aus, wie habt ihr euch kennengelernt? Oh ja, das ist eigentlich ne recht interessante Geschichte -  ich signte “Going Down“ letztes Jahr ursprünglich an Undermine Records, ein kleines feines Digital Label aus Atlanta, und der Labelchef Jay gab die Single auf der WMC in Miami aus. Er kannte Dave Dresden recht gut und gab ihm eine Kopie der Single. Am nächsten Abend, als wir zusammen im Hotel waren, trafen wir Josh Gabriel`s Frau Kristy in der Lobby als sie uns fragte, ob wir nicht zusammen mit der “Going Down“-CD (die sie gefunden hatte) mal mit zu G&D mitkommen würden. “Klar, warum nicht …“. Wir trafen uns, der Rest ist Geschichte, woraus aber eine gute Freundschaft wurde.  

Wir sind der Meinung, du hast grad mit Deinem Remix zu “Light The Skies“ einen der fettesten Electrotracks der letzten Monate am Start, wie sind die Resonanzen auf den Remix? Shawn und ich sind verschwiegene Freunde, als ich “Light The Skies“ das erste Mal hörte, fragte ich ihn, ob ich einen Remix dazu machen könnte. Meine erste Version war recht schnell produziert und trancig (ähnlich wie der jetzige “Light The Sidechain“ Remix), ich war aber nicht wirklich zufrieden damit, also versuchte ich mich erneut daran und nach ca. 6 Stunden war der Track fertig. Wir wussten, das war so etwas besonderes. Der Erfolg des Remix kam schon unerwartet, so dass wir doch sehr zufrieden und glücklich  mit dem Feedback sind.


Was anderes, wie läuft es mit Deiner DJ Karriere voran und was darf man von einem Retrobyte DJ Set erwarten? Nun, in der Regel beginne ich ein Set eher ruhig, und es wird mit zunehmender Zeit immer euphorischer. Natürlich abhängig von der Crowd, geht es gerne mal ein wenig langsamer und techig zur Sache oder manchmal endet das Set auch heftiger mit trancigen Elementen. Überrachenderweise wird es hin und wieder musikalisch dubbig, aber man kann auch in manchen Sets meine Vorliebe zu Vocaltracks erkennen.


Gehen wir zurück zum produzieren – was ist Dein favorisiertes Studio-Setup und woraus besteht Dein Equiptment? Mein Studio befindet sich direkt in meinem Apartment. Es findet sich nichts besonderes vor, ich benutze einen 3.2GHz Pentium 4 mit einem M-Audio Firewire 410 Interface sowie Ableton Live 6. Ich habe mir jetzt auch neue Monitorboxen von M-Audio gekauft. Ebenfalls in meinem Besitz ist der Novation X-Station Synthesizer, den du auch als Soundkarte und Midi-Controller verwenden kannst. Aber viele Synths basieren auf Software. Aktuell benutze ich die Arturia Minimoog und den Native Instruments Reaktor.


Und wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus, magst Du uns neue Remixe und Singles verraten? Ich habe jede Menge Zeugs am Start:

Remixes:  

- Cerf, Mitiska, & Jaren – Me & U,
- Jose Amnesia ft. Jennifer Rene – Wouldn’t Change A Thing,
- Jonas Steur ft. Jennifer Rene – Fall To Pieces,
- Josh Gabriel – Summit,
- Jay Lumen – Missing
- Gabriel & Dresden – Tracking Treasure Down
 - und einen neuen Track von Gareth Emery

Viele Sachen sind bereits fertig, an anderen will ich noch was verändern. Bin auch zufrieden mit meiner Arbeit und glücklich, sie in meinen Sets nun präsentieren zu können. In eigener Sache bin ich grad sehr fleißig und arbeite an einem Album welches auf Organized Nature erscheinen wird.


Du arbeitest auch gerne mit Leuten zusammen, wie ist Deine Richtlinie? Ich liebe Zusammenarbeiten – ich bin generell der Meinung, das sie sehr hilfreich sind, da sie verschiedene Perspektiven auf einen Track werfen. Einer meiner wichtigsten musikalischen Erfahrungen beruhen darauf, weil Freunde mir sagten: “versuche stattdessen lieber das einmal“. Ich arbeite zusammen mit Shawn Mitiska an einigen Produktionen - das positive ist, das wir uns sehr gut ergänzen. Ein Beispiel dafür ist:  ich versuche manchmal im Studio, mehrere Sachen auf einmal zu machen, dann kommt Shawn und gibt mir wieder die Richtung vor. Wir sind zwar nicht immer einer Meinung in manchen Sachen, aber wenn dann das Endprodukt da ist, sind wir beide doch immer zufrieden, ich schätze, deshalb funktioniert es so gut.


Und gibt es irgendwelche Vocalists, mit denen Du gerne einmal zusammenarbeiten würdest? Ja, ich versuche schon immer Jaren zu mir zu bekommen, damit wir mal ein paar Songs aufnehmen können, leider ist sie momentan sehr mit ihren eigenen Projekten beschäftigt und hat nicht wirklich Zeit. Wenn ich mir es aussuchen könnte, würde ich gerne mit Imogen Heap, Amy Winehouse, Joss Stone, Esthero, Rufus Wainright z.Bsp. zusammenarbeiten, Es gibt aber noch wesentlich mehr Leute ;-)


Nun eine andere produziertechnische Frage – wenn Du die Möglichkeit hättest, welchen Song wäre Dein Remixfavorit? Hmm, das ist wirklich schwierig … bei jedem Track, den ich da so im Kopf habe, denke ich, dass ich ihn dann “kaputtmache“. Aber wenn ich könnte, wäre “Somebody To Love“ von Queen mein Favorit. Es ist ein Song mit dem ich aufgewachsen bin, den ich immer hören kann. Generell würde für mich ein Traum wahr werden, wenn ich einen Track mit Vocals von Freddie Mercury basteln kann.


Wie beurteilst Du die Electro-Szene im Moment?  Ich mein, Electro hat mit den größten Einfluss auf alle anderen Genres, besonders auf den Trance-Sektor, vielleicht wird sich der Trend fortsetzen. Ich denke, jeder hat gemerkt, dass (besonders im letzten Jahr) sich die ganzen Genres immer weiter miteinander verschmelzen und zusammen harmonieren. Trance tendiert mehr zu Progressive, Progressive widerum nimmt immer mehr Einflüsse von Electro auf und Electro bekommt mehr Anleihen von Techno. Es ist unausweichlich, dass Tracks sowie Artists heute mit nur einem Genre etikettiert werden können. Ganze Genregrenzen werden aufgebrochen und somit entstehen wieder neue Genres.


Wo Du als DJ angefangen hast, spieltest Du in kleineren Clubs. Hast Du vielleicht nette Geschichten aus Deinen Anfängen zu berichten? Ich spielte schon oft auf Housepartys, dort hatte ich stets Spaß, da auch alle meine Freunde da waren, so konnte ich immer aus mir rausgehen. Wir mieteten dann eine Bar und spielten den ganzen Abend Dance Musik. Wir schmissen des öfteren solche kleinen Partys, viel Freunde waren anwesend und wir hatten unseren Spaß!


Wer ist Dein persönlicher Lieblings-DJ- und Producer? Da gibt es so viele, da kann ich Dir unmöglich einen bestimmten Namen geben. Ich kann Dir sagen, wen ich momentan gerne spielen höre, da wären Patrik Bjorkman, Trentemöller, Klaas & Micha Moor, Sebastien Leger, Dumb Dan, Funkagenda und Mashtronic. Und nicht zu vergessen, Gabriel & Dresden ;-)


Und für unsere jungen Producer da draußen – welche Ratschläge kannst Du ihnen mitgeben? Die wichtigste Sache, die man sich immer wieder vor Augen führen sollte, ist die Tatsache, dass gute Clubtracks nicht mal auf die Schnelle produziert werden. Es klingt zwar banal, aber du brauchst definitiv Geduld beim Produzieren, das ist der Schlüssel zum Erfolg! Meine ersten Tracks klangen fürchterlich. Ich hörte sie mir an und musste jedesmal zusammenzucken, so schlimm waren sie. Es ist wichtig, dass du einen Synthesizer findest, der zu dir passt, da bekommst du auch ein Gefühl, was harmoniert und was nicht. Lass dir nicht von anderen einreden, das du ein ganz bestimmtes Gerät, Instrument etc. brauchst. Sie können dir Tipps geben, aber finde selber heraus, welches Equiptment zu dir passt, denn das kann dir keiner vorschreiben. Manchmal schauen mich die Leute argwöhnisch an, wenn sie sehen, dass ich mit Ableton arbeite … aber es passt zu mir!  Oh, und wichtig – lese das Manual immer fleißig ;-)


Gehst Du lieber selber auf Partys, oder spielst Du lieber? Ganz ehrlich – nicht wirklich! Ich investiere so viel Zeit ins produzieren und arbeite hart, so dass wirklich nicht viel Zeit zum Ausgehen bleibt. Und was mir auch nicht zu Gute kommt, ich bin erst 20 Jahre alt, in viele Clubs hier kommst du erst mit 21 rein. Versteht ich nicht falsch, ich liebe Musik und ich liebe zu tanzen, aber für gewöhnlich ist mir die Crowd zu “heftig“. Ich denke, ich bin da eher etwas antisozial eingestellt, aber ich arbeite dran.


Und was waren die bisherigen Highlights in Deiner jungen Karriere, partytechnisch gesehen? Nun, ich stelle fest, jeder Event haut mich immer wieder aufs Neue um. Jedoch das schönste für mich ist es, mit all den bekannten DJ`s und Producern zu reden, die man trifft, mit ihnen Freundschaften knüpft oder Musikern, von den man noch ne Menge lernen kann. Und großartig war auch das dancen mit Armin van Buuren hinter den Decks, als er “Light The Skies“ in Windsor spielte. Das sind so Momente, die man in Erinnerung behalten wird.


Zu guter Letzt dürfen wir Dir Dank sagen und wünschen Dir viel Glück weiterhin in Zukunft! Dank dir, ihr seid immer willkommen. Danke für den Support!

Stoneface & TerminalWie seid ihr eigentlich auf den Namen Stoneface & Terminal gekommen, was verbirgt sich dahinter? Wenn man die Namen ins Deutsche übersetzt muss man ja schon ein bisschen schmunzeln. Eigentlich haben diese Namen keine tiefgründige Bedeutung. Terminal kommt von unserem ersten Projekt, indem früher noch mehrere Leute involviert waren. Bis auf uns haben die anderen dann das Interesse verloren. Henry behielt den Namen Terminal. Auf Stoneface sind wir gekommen, weil Matthias beim auflegen immer total konzentriert war und kaum eine Miene verzog.


Wie seid Ihr zu einem der in Deutschland erfolgreichsten Trance-Labels „Euphonic“ gekommen? Wir kennen die Jungs von Euphonic schon lange, wir sind ja praktisch Nachbarn. Wir bekamen irgendwann mal ein Angebot von Euphonic, einen Remix zu machen. Danach haben wir mit Ronski Speed „Incognition“ auf Euphonic released. Wir haben uns dann einfach entschlossen bei Euphonic zu bleiben. Uns hat die Zusammenarbeit mit den Jungs sehr gefallen, mittlerweile sind wir sehr gute Freunde.


Habt Ihr ein paar Tipps für Newcomer auf dem Weg nach oben? Als Tipp können wir geben, dass man an sich glauben muss aber auch Kritik und Niederlagen als Ansporn sehen sollte. Wir haben selbst gemerkt, dass man nichts erzwingen kann, sondern in kleinen Schritten auf lange Sicht mehr erreicht. Dank des Internets ist es ja wesentlich einfacher, Kontakte zu knüpfen und Demos zu verschicken. Hier sollte man auch schauen, dass man sich genau über das Label und dessen Musik informiert, bevor man einen Demotrack hinschickt.


Wie würdet Ihr euren aktuellen Musikstil beschreiben? Ihr seid ja schon länger im Geschäft. Hat er sich sehr verändert? Unser Musikstil hat sich weniger geändert sondern einfach weiterentwickelt. Im Moment variieren wir ziemlich stark, wie man auf dem Album hören kann.


Seit Jahren jammern Clubgänger über eine Tranceflaute in Deutschland. Holland, Polen und Tschechien haben uns längst den Rang abgelaufen in Sachen Trance. Was denkt ihr über dieses Thema? Ist es wirklich so schlimm, wie man es häufig lesen muss? Es stimmt, dass die Trance-Szene in Deutschland übersichtlich geworden ist aber bei der Euphonic Night in Berlin zum Beispiel haben wir schon so manche Leute zu Trance abfeiern gesehen, die das fünf Stunden zuvor noch für vollkommen ausgeschlossen hielten. Wir beide fühlen uns wohl mit dem was wir tun, haben Spaß und wollen selbst aktiv an der Weiterentwicklung der Szene mitwirken.


Bei welchen Veranstaltungen, in welchem Land legt Ihr besonders gerne auf? Da gibt es so viele und wir wollen uns nicht auf eine festlegen.


Stoneface & TerminalWelche DJs oder Produzenten haben euch früher (oder immer noch) beeindruckt und geprägt? Was sind eure Lieblingstracks, die ihr immer wieder hören/spielen könnt? Henry: Vince Clarke ist für mich einer der beeindruckendsten Soundtüftler der letzten 20 Jahre. Lsg „Hearts“ und Solarstone „Solarcoaster“ höre ich immer wieder gerne. Matthias: Meine Favoriten sind Yello (Dieter Meier und Boris Blank). Ein Muss, für mich auch heut noch.


Seht ihr Euch mehr als DJs oder als Produzenten? Auf was konzentriert Ihr euch mehr? Beides ist für uns absolut wichtig und wir geben bei beiden Dingen mindestens 110 %.


Habt Ihr auch Groupies die Euch ständig nachreisen? Was haltet Ihr grundsätzlich davon? Das müssten ja schon Hardcoregroupies sein, da wir ja in der ganzen Welt unterwegs sind. *g*


Bald wird euer erstes Album „Wide Range“ erscheinen. Was erwartet den Käufer dieser CD? Macht mal ordentlich Werbung Zunächst haben wir uns Gedanken gemacht, wo wir musikalisch mit dem Album hinwollen. Eine kleine Basis hatten wir uns geschaffen indem wir schon einige veröffentlichte Singles im Kopf hatten, die sowieso drauf mussten. Wir haben uns dann einfach hingesetzt und um diese Basis herum neue Tracks entworfen. Während des Produzierens kam uns der Gedanke, das Ganze wie eine kleine Reise zu gestalten. So befindest du dich zum Beispiel am Strand von Miami, dann wiederum in einer U-Bahnstation. Wir haben auch spezielle Versionen von einigen Singles wie „Another Day“ oder „Super Nature“ produziert. Weiterhin haben wir mit klasse Sängerinnen und Sängern gearbeitet um das Ganze noch mit einigen Vocaltracks abzurunden.

Was steht nach der Veröffentlichung Eures Albums an? Wird es eine Release-Tour geben? Was steht als nächstes an? Wir werden weiterhin weltweit unterwegs sein. Die ersten Dates zur Albumtour stehen bereits fest. Das Album wurde schon in die USA und nach Russland lizenziert - da werden definitiv weitere Dates folgen. Und nach Australien wird es dieses Jahr auch wieder gehen.


Wenn Ihr nur eine Platte spielen dürftet, welche wäre das? Rank 1 „It’s up to you”


Was macht Ihr in Eurer Freizeit? Habt ihr überhaupt Freizeit? Und bekommt ihr produzieren und auflegen immer unter einen Hut mit Familie und Freunden? Zurzeit ist es nicht einfach, da wir viel unterwegs sind und gerade die Albumarbeit abgeschlossen haben. Wir versuchen aber mindestens einmal im Monat mit unseren Freunden weg zugehen oder unsere Familien zu besuchen. Hobbys: Matthias: Mountainbiking, Bücher, PsP zocken, Auto fahren… Henry: Kochen, I-Net usw….


Am 19. Mai seid Ihr wieder bei Klangfarben. Was erwartet ihr außer willenlosen Frauen und flaschenweise Ramazotti? *g* Wir hoffen dass wir einen schönen Abend mit den Leuten haben werden. Den Rest hast du ja schon geschrieben *g*.


GlobalBeats FM und Klangfarben bedanken sich für das Interview und wünschen euch viel Erfolg und Spaß in der Zukunft! Vielen dank euch, bis bald!

Mind OneHallo, wie geht es Euch? Habt Ihr die ersten Monate des Jahres 2007 gut überstanden und vor allem wie? Sascha & Matthias: Uns geht es sehr gut, danke! Das Jahr 2007 ging schon gut los - nach dem Release unserer Single "Hurt Of Intention" gab es einige Remixanfragen und so haben wir schon wieder viel Zeit im Studio verbracht.


In Eurer Biografie habe ich gelesen, dass Ihr euch in einem Club in Frankfurt am Main kennen gelernt habt. Man hört diese Geschichten immer wieder aus der Szene. Wie lief das bei Euch ab? Sascha & Matthias: Wir hatten schon ein paar Monate vorher in einem anderen Club ein paar Worte miteinander gewechselt und zufällig waren wir dann zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Wir vertieften unser Gesprächsthema von damals und merkten dann, dass wir aus der gleichen Gegend kommen und dieselben Vorstellungen haben. Nichts Ungewöhnliches also.


Wann begann Euer Interesse für Musik zu wachsen? Und wann habt Ihr festgestellt, dass elektronische Musik Euer Ding ist? Sascha: Ich höre und liebe Musik seit ich denken kann und habe schon als Teenager auf Partys aufgelegt. Zu der Zeit kam dann auch diese "Euro-Dance-Welle" hoch mit Acts wie Culture Beat, Snap und wie sie alle heißen - ich würde also sagen, dass ich dadurch an elektronische Musik herangeführt wurde und meinen damaligen "Musikhorizont" dann selbst erweitert und entdeckt habe, wie vielschichtig elektronische Musik sein kann. Dieses Fieber hat mich gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen.
Matthias: Ich würde sagen, das begann ca. als ich 12 war. Damals hatte mein Vater schon Cubase auf seinem ATARI installiert und ich besaß ein Keyboard. Ein entscheidender Moment war sicherlich, als ich Ferry Corsten’s Interpretation von Barbers Adagio auf VIVA gesehen habe – das war der Hammer, ich wollte unbedingt wissen, wie so was gemacht wird. Von da an hab ich mit der Technik beschäftigt und immer mehr nach mehr elektronischer Musik geforscht.


Ihr hab ja nun Euer erstes Releas auf Ferry Corstens Label Flashover Rec. Wie ist es dazu gekommen, schließlich habt Ihr ja schon auf deutschen Labels veröffentlicht. Habt Ihr den Aufruf des Labels befolgt und einfach mal Demos an das Flashover Rec. geschickt? Sascha & Matthias: Über die Jahre lernt man immer mehr Leute kennen, die sich mit elektronischer Musik beschäftigen, seien es Label-Typen, DJs oder Produzenten. So wie man jemand aus dem Familien- oder Freundeskreis seine Urlaubsfotos zeigt, präsentiert man natürlich auch die neuesten Produktionen und Ideen seinen Kontakten. Meistens zeigen diese Personen diese Titel auch wiederum jemand anderem und schon verbreitet sich die Musik. Dadurch kommen natürlich immer wieder ganze neue Kooperationen zustande, die man vorher vielleicht gar nicht in Betracht gezogen hat. Das mit FO hat ne ganze Weile gedauert, bis schlussendlich ein Vertrag unterzeichnet wurde und ist so ähnlich abgelaufen.


Ferry Corsten spielte anfangs Euer Original von Hurt of Intention, wie kam es dann zum Remix von Ferry Corsten selber? Immerhin macht er inzwischen recht selten Remixe. Sascha & Matthias: Dadurch, dass "Hurt Of Intention" auf Flashover erschienen ist, war der Kontakt zu Ferry quasi schon hergestellt. Er mag wohl das Original und deshalb spielt er es auch in seinen Sets und steuerte einen Remix dazu bei. Wir haben uns darüber natürlich sehr gefreut als uns die Nachricht erreichte.


Werden von Euch noch weitere Veröffentlichungen auf Flashover folgen? Und was steht überhaupt in der nächsten Zeit bei Euch an? Sascha & Matthias: Ja, es werden weitere Veröffentlichungen auf Flashover folgen. Schon deshalb wird es uns in Zukunft nicht langweilig werden. Des Weiteren wird es bald einige Remixe von uns geben und außerdem haben wir mit "Superstreem Records" unser eigenes Label gegründet, an dessen Aufbau wir arbeiten. Auch als DJ-Act wollen wir bekannter werden. Und unsere monatliche Radioshow "Selected Streem" jeden 4. Freitag auf ETN.fm haben wir ja auch noch.


Mind One In Eurer Biografie habe ich auch gelesen das Ihr Mitglieder des Superstreem Rec. Label seid. Erzählt mal bitte mehr darüber. Sascha & Matthias: Wie schon erwähnt haben wir mit "Superstreem Records", zusammen mit Thomas Behringer, unser eigenes Label gegründet. In erster Linie wollen wir verschiedene Stile und Projekte auf diesem Label präsentieren und fördern. Von daher wird es musikalisch vielschichtig zugehen... natürlich immer mit dem nötigen Anspruch, den wir auch an unsere Arbeit haben. Außerdem haben wir mit "was eigenem" natürlich einen großen Handlungs- bzw. Entscheidungsspielraum, ein weiteres Kriterium für die Gründung.


Hurt of Intention ist ja vor dem Vinyl Releas als Digitalreleas unter anderem bei Beatport erschienen. Aufgrund dessen schätzte ich, dass Ihr dem legalen Download von Musik positiv gegenüber steht. Welche Vorteile seht Ihr hier gegenüber dem alten Weg der Veröffentlichung? Sascha & Matthias: Die Märkte haben sich verändert und natürlich auch der Musikmarkt. Im Zeitalter des Internets stehen wir legalen Downloads positiv gegenüber, denn wir erreichen auf einfache und schnelle Art mehr Menschen mit unserer Musik denn je.


Wo wir gerade beim Thema neue Medien sind. Viele DJs steigen ja inzwischen um auf CD oder auch Laptop. Wie legt Ihr auf? Sascha & Matthias: Wir legen hauptsächlich mit CDs auf. Der Laptop gewinnt aber auch bei uns immer mehr an Bedeutung.


Wie läuft bei Euch der Studioalltag ab und mit was arbeitet Ihr? Matthias: Das ist immer unterschiedlich. Im Prinzip hängt es vom Fortschritt einer Produktion ab. Wenn sie schon weit gediehen ist, muss an den letzten Tagen „nur noch“ der Feinschliff gemacht werden. Der sieht in den meisten Fällen so aus, dass man ein paar Zettel mit Notizen rumliegen hat, die man dann mehr oder weniger stur abarbeitet. Die kreative Arbeit wurde dann ja schon geleistet. Macht man sich an was neues, kann es schon mal vorkommen, dass nach einem Tag überhaupt nichts brauchbares entstanden ist – dafür sind dann mal wieder alle Emails beantwortet  Wir arbeiten auf einem PC mit Cubase von Steinberg als Sequenzer. Wir benutzen auch externes Equipment wie z.B. Synthies aber auch wir haben auch Zugriff auf das Studio eines Bekannten wo wir teilweise auf einem Analogmischpult mischen statt im Rechner.


Momentan hat man das Gefühl die deutsche Tranceszene sei wieder leicht im Kommen. Aber in der Clublandschaft tut man sich noch recht schwer. Wie seht Ihr die Szene hierzulande und habt ihr internationale Vergleichsmöglichkeiten? Sascha & Matthias: Wir sehen, dass unsere Lieder international von vielen DJs oder Radiostationen gespielt werden und auf vielen Compilations vertreten sind. Hierzulande ist es vielleicht noch ein wenig zu sehr verbreitet etwas "in eine Schublade" stecken zu wollen und mit allem, was ein wenig anders klingt, nichts anfangen zu können. Jetzt, da sich immer mehr verschiedene Stilrichtungen vermischen, wird sich das in unseren Augen verbessern.


Kommen wir mal zur Internetplattform MySpace, über die ich ja auch mit Euch in Kontakt getreten bin. Inzwischen haben viele Künstler ihr Profil dort. Und auch viele Privatleute sind dort vertreten. Wie seit Ihr auf MySpace aufmerksam geworden und welchen Nutzen hab Ihr dadurch? Sascha & Matthias: MySpace ist für uns eigentlich nichts anderes als eine abgespeckte Homepage. Wahrscheinlich ist diese Plattform auch deshalb so beliebt bei Künstlern - man hat schnell ein Profil erstellt mit allen nötigen Infos und dadurch bleibt mehr Zeit für die Musik. Bald gibt es aber auch von uns ne kleine Page!

Martin RothHi Martin, wie geht es dir? Du legst bald erstmals bei einer Party von Klangfarben in Offenburg auf und hast außerdem ein Gastset für GlobalBeats FM gemacht. Was können wir da erwarten, beschreibe doch mal deinen aktuellen Sound. Hallo, danke erstmal für die Einladung. Freue mich sehr auf die Party und ich denke es wird sicherlich ein denkwürdiger Abend werden! Die letzten Monate und Jahre hat sich viel getan in der elektronischen Musik – Stile verschmelzen miteinander und es gibt nicht mehr so ein Kastendenken, wie es noch vor einiger Zeit war… Endlich werden auch die Gäste offener für Neues und haben nicht mehr so den Tunnelblick (bzw. das Tunnelohr ;)). Ich spiele das, was mir gefällt und wo ich denke, es wird die Hintern rocken ohne darauf zu achten, welches Genre gerade abgedeckt ist. Um es trotzdem zu beschreiben: Erwachsene elektronische Clubmusik – ein Mix aus Elektro, Trance und Tech-(house).


Wie läuft das bei dir ab, wenn du produzierst? Brauchst du lange, um einen Track oder einen Remix fertig zustellen und woher nimmst du die Ideen? Das ist komplett unterschiedlich. Es kann ein Tag sein, aber auch zwei bis drei Monate dauern. Kommt ganz darauf an, was man sich für einen Druck macht und ob die Eingebungen kommen oder nicht. Ideen nehme ich überall und nirgends her. Manchmal kommt einfach etwas in die Finger oder ein längeres Soundtüfteln hat sein Ergebnis dann doch gefunden. Große Inspiration kommt aber auch vor allem vom Auflegen; den ganzen Abend die Party zu verfolgen, für die man gebucht war und Eindrücke mitzunehmen – was funktioniert und was nicht.


Interessant ist bei deinen Produktionen, dass du sowohl schnellen Trance, als auch eher ruhigere, progressivere Sachen unter deinem Namen herausbringst. Wie entscheidest du, in welcher Geschwindigkeit beispielsweise ein Remix laufen soll? Legst du das vorher fest, oder kommt die Entscheidung erst während der Arbeit an dem Stück? Ich bin sehr vielseitig weil ich wie gesagt in alle Richtungen schaue und vieles mich kickt bzw. ich mich immer nach Neuem umsehe. Wie am Ende eine Produktion wird, das ergibt sich bei der Arbeit – zumeist genau das Gegenteil zu dem, was man vorhatte.


In letzter Zeit erscheinen nur noch Sachen unter Martin Roth. Was ist eigentlich aus deinen Projekten geworden? Wirst du auch noch mal als Julian d’Or oder Y.O.M.C. Produktionen veröffentlichen? Julian d’Or war Vocaltrance, YOMC war Hardtrance. Diese beiden Genres finden praktisch nicht mehr statt oder langweilen mich total, daher waren seitdem auch die Projekte gestorben. Zumal ich mich voll auf Martin Roth konzentrieren möchte. Daneben gibt es nur noch mein Technopunk Projekt und es wird demnächst noch ein elektro-minimal Projekt aus dem Boden gehoben…


Gab es früher (oder vielleicht noch heute) Künstler, die deinen Sound geprägt haben? Klar, wie viele bin auch ich extremer Depeche Mode Fan – das hat meine Jugend geprägt – genauso wie viele andere Acts der 80er. Im elektronischen Bereich bin ich mit Sven Väth aufgewachsen und meine Vorbilder sind nach wie vor die komplette Garde der Harthouse & EyeQ Produzenten – DER Frankfurt Sound – das waren echte Künstler. So gute Musik auch vom Gefühl her gibt es heute nicht mehr…


Was hörst du momentan gerne, wenn du dich mal nicht mit deiner Musik beschäftigst? Bin offen für alle Stilrichtungen – selbst amerikanischen HipHop finde ich mittlerweile annehmbar – generell aber gerne Sugarbabes, Snowpartol, Keane, …


Inzwischen wirst du weltweit als DJ gebucht. Welche Erfahrungen nimmst du von solchen Gigs in beispielsweise Australien, USA und England mit und stellst du Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern fest, oder feiern die Clubgänger letztendlich doch überall gleich zu deinem Sound? Ja, das ist richtig. Man sammelt Unmengen an Erfahrungen und obwohl im Prinzip die Clubkultur überall sehr ähnlich ist, differieren doch die Partypeople je nach Kultur. Besonders machte es Spaß in Mittelamerika zu spielen: So viele lächelnde Menschen habe ich selten gesehen. Die hatten wirklich alle einfach nur Spaß! Leider ist das in Deutschland lange Zeit ein Problem gewesen, das heißt man hatte hier immer das Gefühl, jeder kommt nur, um irgendwas zu finden, worüber man sich aufregen und was man schlecht reden kann. Vielleicht einfach verwöhnt? Das hat sich zum Glück sehr zum Besseren verändert seitdem es wieder etwas mehr um das Wesentliche geht. Aber zurück zum Thema – auch Amerika macht Spaß – manchmal Schickimicki aber auch das muss mal sein ;) Australien ist einfach nur mega, weil die Menschen dort ebenfalls so dermaßen aufgeschlossen und freundlich sind. Polen und generell der Osten Europas ist ganz groß vom Spaßfaktor, da gibt es selten eine schlechte Party. Und Asien ist lustig, weil alles etwas zurückhaltender ist und für uns ein kompletter aber sehr interessanter Kulturschock!


Gehst du, auch wenn du nicht selbst auflegen musst, gerne am Wochenende in Clubs und Diskotheken, oder nutzt du solche „freien“ Abende lieber für Anderes? Ja, auch gerne das – aber da stehen dann die Freunde eher im Mittelpunkt als die Musik. Ausgleich gibt mir mein Hund, der mich förmlich zwingt, an die Luft zu gehen.


So, nun noch die obligatorische Schlussfrage: Was können wir in der Zukunft von dir erwarten? Hast du spannende Sachen geplant und hast du Ziele, die du auf jeden Fall noch mit deiner Musik erreichen willst? Ich hoffe, dass ich am 17. März bei der Klangfarben-Party meine Single endgültig fertig habe und diese präsentieren kann. Zudem wird es neue Remixes geben, z. B. für Anjunabeats. Ein Album ist für Herbst geplant und weitere interessante Releases auf Lunatique, meinem Plattenlabel.


Klangfarben und GlobalBeats FM sagen Danke für das Interview und wünschen dir alles Gute für die Zukunft!

Marc van LindenHallo Marc, wie geht es dir? Du bist im März wieder mal bei einer Party von Klangfarben dabei und hast auch wieder einen Gastmix für GlobalBeats FM gemacht. Was können die Clubgänger in Offenburg und die Radiohörer erwarten, was legst du aktuell so auf? Meine Musik hat natürlich immer noch einen starken Trance-Einfluss. Allerdings denke ich, ist es reifer geworden mit der Zeit und es bekommt immer mehr Einflüsse durch andere Facetten der elektronischen Musik. Ich finde, dass man momentan alle Richtungen sehr gut verbinden kann. Das was man hier in vielen Recordshops und Foren, als Trance bezeichnet, finde ich meistens langweilig und ausgelutscht. Elektronische Musik entwickelt sich täglich weiter und darf nicht an einer Stelle stehen bleiben.


Du legst inzwischen jedes Wochenende und teilweise auch in der Woche in vielen verschiedenen Ländern auf. Macht es da überhaupt noch Spaß, oder ist es manchmal durch den Stress und die Routine einfach nur ein Job, den man hinter sich bringen muss? Es macht mir noch großen Spaß, obwohl es manchmal schon recht stressig ist. Die Kontrollen, an den Flughäfen, sind schon sehr sehr nervig manchmal. Nichtsdestotrotz, bin ich immer wieder froh neue Länder und neue Menschen kennen zulernen und da darf es einfach nicht nur zum „Job“ werden.


Auch als Produzent bist du in der letzten Zeit sehr fleißig gewesen. Wann wird dein erstes Album „My Way“ erscheinen und was wird man darauf hören können? Wie lange hat es insgesamt gebraucht, das Album fertig zustellen? Insgesamt schon etwas mehr als ein Jahr. Allerdings habe ich nicht die ganze Zeit daran gearbeitet, sondern einfach immer mal wieder zwischendurch. Auf dem Album sind einige neue Titel, unter anderem mit Funabashi und Greg Downey. Dazu natürlich noch die alten Titel, die bereits veröffentlicht wurden.


Dein Remix von Paul van Dyks „For an Angel“ ist immer wieder ein richtiger Burner im Club und wird auch von Paul selber gerne gespielt. Gibt es Hoffnung, dass man ihn irgendwann einmal auf Vinyl oder als Mp3 kaufen kann? Nein! *lach* Diese Version habe ich mal vor ca. drei Jahren gemacht und eigentlich nur, weil dieser Track immer mein Favourite war. Ich wollte immer mal etwas BESONDERS, bzw. EIGENES für meine Sets haben und deshalb wäre es auch falsch, wenn man meinen Mix veröffentlichen würde. Seit nun drei Jahren werde ich immer auf For An Angel angesprochen, obwohl ich auch genug andere Remixe und Bootlegs für mich gemacht habe. Schon witzig, was dieser Mix verursacht hat und was manche „dummen“ Leute auch für Theorien aufgestellt haben.


Seit Jahren wird hier und da prophezeit, dass die Vinyl aussterben wird. Wie stehst du als Labelchef von Midway Records zu dieser Thematik? Werden sich deiner Meinung nach Vinylverkäufe bald nicht mehr lohnen, oder werdet ihr noch lange daran festhalten? Wir halten noch an Vinyl fest! Was ist denn schon ein Label ohne Platten? Ich finde die Vorstellung grausam, alles nur noch digital zu vermarkten.


Du gehörst mittlerweile ohne Frage zu den Aushängeschildern der deutschen Tranceszene. Wir bewertest du selbst die Entwicklung dieser Szene in den letzten Jahren? Musikalisch gesehen denke ich, dass einige gute Produzenten ans Licht gekommen sind, bzw. sich der eine oder andere sehr positiv entwickelt hat. Auf die allgemeine Situation… ganz ehrlich? Ich finde es haben sich in dieser Zeit „MEINE“ richtigen Freunde und Partner gezeigt! Da viele glauben der Kuchen sei kleiner geworden, spielen so manche Leute ein ganz schlechtes Spiel! Sicherlich werde ich hier namentlich keinen an den Pranger stellen, aber eigentlich wären die ganzen Tratsch-Geschichten mal Interessant für ein ganzes Buch!


Wie wird es nach dem Erscheinen deines Albums weiter gehen? Hast du noch andere Projekte oder besondere Sachen für die Zukunft geplant? Ich habe bereits mit den Vorbereitungen fürs nächste angefangen. *Scherz* Ich arbeite zurzeit viel mit diversen Sängern, Sängerinnen und Musikern im Studio. Außerdem habe ich gerade die neue Sandra Flyn produziert, sowie unter anderem einen Remix für John O´Callaghan gemacht. Midway steht natürlich immer auf dem Plan und ich werde in Zukunft meine Bookings etwas reduzieren, da ich wieder intensiver im Studio arbeiten möchte.


Klangfarben und GlobalBeats FM bedanken sich ganz herzlich für das Interview und wünschen dir weiterhin viel Erfolg! Vielen Dank, ich freu´ mich riesig auf den 17. März!

Kenneth ThomasHey Kenneth, du bist gerade zurück von einer kleinen Tour. Wie war es und wie geht es dir? Mir geht es gut. Das ganze war eine dreiwöchige Tour zusammen mit Paul Oakenfold und Perfecto. Die ersten zehn Tage waren wir in Mexiko und in den Südstaaten der USA und schließlich in Miami bei der Winter Music Conference. Das war ganz schön lang und stressig – wir hatten in den zehn Tagen sechs Gigs, davon fünf hintereinander und wir sind zu jedem einzelnen Gig geflogen. Die restlichen Tage haben wir in Miami verbracht. Der zweite Teil der Tour lief dann eher relaxt ab, da wir mit einem Tour Bus gefahren sind. Wir hatten zwar auch sechs Gigs in nur zehn Tagen, aber mit dem Bus ist das alles viel einfacher. Nach dem Gig gehst du in den Bus, legst dich hin und schläfst und am nächsten Morgen, wenn du aufwachst, bist du auf dem Parkplatz des nächsten Hotels in der nächsten Stadt. Ganz einfach. Jetzt bin ich gerade wieder für ein paar Tage zu Hause zum Ausruhen, bevor es ins Studio geht.


Du hast gerade eine neue Compilation ‘Obsessions’, wie deine gleichnamige Sendung bei ETN.FM, veröffentlicht. Kannst du uns ein wenig darüber erzählen; wie lang hat die ganze Entwicklungszeit gedauert und nach welchen Kriterien hast du die Tracks ausgewählt? Ich bin seit geraumer Zeit dafür bekannt, dass ich eigens zusammengestellte Doppelmix-CD für Promotionzwecke jährlich herausgebe. Die sind im mittleren Westen der USA auch immer ganz gut angekommen, allerdings waren sie eben nicht im legalen Verkauf, sondern lediglich ein paar hochgelobte Promo-CDs. Mir war es auch immer wichtig, dass es Doppel-CD sind, da ich mich damit einfach besser musikalisch ausdrücken kann. Letztes Jahr ist ein neues Detroiter Label ‚Atomic Quill Media’ an mich herangetreten, ob ich nicht meine eigene echte Mix-CD machen wolle. Da es aber nicht sehr effizient war, eine Doppel-CD zu machen, entschieden wir uns für eine einfache. Ich habe bei der Auswahl der Tracks vor allem darauf Wert gelegt, melodischen progressiven Trance-Sound, mit dem ich mich am meisten identifiziere und den ich meist zum Höhepunkt meiner Sets spiele, zu wählen. Alle Tracks haben ihre eigenen Gefühle und ich hab versucht in den 70 Minuten des Mixes eine Geschichte mit ihnen zu erzählen.


Im Moment gibt es einige Produktionen von dir, wie ‘Tonic’, welches auf einer der letzten ‚Coldharbour Selections’ von Markus Schulz zu finden war. ‚Ghost in the machine’ wird deine nächste Single, welche Armin sogar schon in seiner Show ‚A State of Trance’ gespielt hat. Wann wird sie veröffentlicht und bei welchem Label und was für Remixe wird es geben? Hast du zusätzlich noch andere Tracks bereits fertig, die demnächst kommen werden? "Tonic" hat Markus irgendwann Ende des letzten Jahres gesignt. Außerdem gibt es auch Pläne für eine Single auf Coldharbour, die demnächst kommt. Da wird ein Intro Mix dabei sein (der Track wurde eigentlich extra als Intro Track gemacht), sowie ein techno-angehauchter Pillow One Remix. ‚Ghost in the machine’ ist mein erster Track mit Vocals. Die Vocals sind von Colleen Riley, die auch aus Detroit kommt. Der Track wurde bei Alter Ego Records gesignt, die bereits bei der Ko-Produktion mit Mike Skye und dem Track ‚Varekai’ eine wirklich gute Promotion abgeliefert haben. Mike Shiver hat einen sehr trancigen Remix gemacht, Elevation hingegen hat daraus eine Progressive-Bombe gemacht. Weiterhin habe ich noch eine Progressive House Nummer ‚The Orange Room’ gemacht, die im nächsten Monat auf Hope Records kommt. Nick Warren hat dafür einen Remix gemacht und einige bekannte Namen supporten den Track, von Paul van Dyk über Steve Lawler bis hin zu Deep Dish. Außerdem habe ich einige Remixe gemacht, die alle in den nächsten Monaten bei verschiedenen Labels erscheinen werden.


Du kommst aus Detroit, eine Stadt, die nicht unbedingt für Trance-Artists bekannt ist. Techno hat seine Wurzeln in Detroit und die Szene ist mit zahlreichen großen Namen geprägt, die von dort kommen. Wie bist du zu Trance und Progressive gekommen? Kannst du uns einen Einblick in die dortige Szene geben? Allein durch die Detroiter Szene bin ich zu elektronischer Musik gekommen. Aber eigentlich bin ich eher in der lokalen Punk Rock Szene aufgewachsen. Auf einer Reise mit ein paar Freunden haben die mir Paul Oakenfold`s Tranceport vorgespielt und da hat es bei mir Klick gemacht. Nachdem ich zu Hause war, habe ich keine Clubs gefunden, wo diese Musik lief, also habe ich mir viele Mix-CDs gekauft und 2000 habe ich angefangen aufzulegen. Detroit hat mich musikalisch sehr geprägt und vor allem der minimalistische, dreckige Sound für den Detroit bekannt ist. Ich denke, ‚Tonic’ hat ein bisschen was von diesem harten Techno Sound.


Kenneth ThomasWas denkst du, zeichnet einen guten DJ aus? Hängt es von den Tracks ab, die er spielt oder eher die technische Perfektion des Mixings? Wie denkst du über dich selber und nach welchen Kriterien baust du ein Set auf? Ich denke, das wichtigste ist, dass man ein gutes Ohr dafür braucht, mit welcher Musik man die Tanzfläche zum Kochen bringen kann. Du musst dem deinen eigenen Stempel aufdrücken, aber es muss dafür geeignet sein, dass die Leute abgehen. Wir sind DJs. Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass es nicht um uns geht, sondern um die Tanzfläche und die feiernden Leute. Was aber nicht heißt, dass man Sachen spielen muss, die einem selber nicht gefallen, aber eine Tanzfläche füllt sich oft nicht nur mit dem, was du dir wünschst. Ein gutes Mixing ist selbstverständlich nötig. Man muss nahtlos von einem Track zum anderen übergehen können. Manchmal gibt es technische Probleme, die du nicht kontrollieren kannst, aber ansonsten muss ein DJ dafür sorgen, dass das alles passt.


Arbeitest du nebenbei oder ist die Musik dein Full-Time-Job? Seit mittlerweile vier Jahren ist das DJing und das Produzieren mein Full-Time-Job.


Wie läuft es bei dir im Studio ab? Hast du überhaupt ein richtiges Studio mit einigem an Hardware oder nutzt du auch eine der vielen Vorteile von Software? Mein Studio ist relativ einfach gehalten. Ich habe einen Mac G5, Midi-Controller und Monitore. Ich arbeite ausschließlich mit Software, nämlich mit Logic 7. Mein DJ-Equipment steht im gleichen Raum wie mein Computer. Das war`s. Das ist auch das schöne am Produzieren heutzutage. Du brauchst nicht $20.000 in Equipment zu investieren, damit du überhaupt anfangen kannst. Ein guter Computer und ein paar gute Programme reichen aus, um Sachen zu produzieren, die teurer Hardware locker das Wasser reichen können. Man braucht lediglich noch ein gutes Ohr und eine ordentliche Vorstellungskraft, damit man das dann auch umsetzen kann…


Hast du beim Produzieren eine feste Abfolge, nach der du dich richtest oder ändert sich das von Track zu Track? Eine feste Abfolge habe ich eigentlich nicht, aber meist fange ich mit Percussion-Elementen an. Dann kommt eine Bassline und so weiter… Dann optimiere ich die Percussions und den Bass bis es gut klingt, denn diese beiden Elemente verleihen einem Track ihren Groove und sind sehr wichtig. Dann kommen die Hauptmelodien und einige Lead-Sounds hinzu. Das gipfelt dann meist darin, dass ich einen Part habe, indem lauter schräge Sachen passieren. Dann geht’s weiter mit dem Aufbauen des Tracks. Während dieses Prozesses kommen bei mir meist noch ein paar Sachen hinzu und andere Sachen fliegen stattdessen raus. Und am Ende kommt hoffentlich ein guter neuer Track raus.


Das Internet ist vor allem für unsere Szene sehr wichtig. Man hat die Möglichkeit eigene Tracks zu promoten und in Kontakt mit anderen Artists auf der ganzen Welt zu kommen. Aber es gibt auch viele Schattenseiten wie zum Beispiel das illegale File-Sharing. Oftmals sind Tracks bereits im Internet zu finden, obwohl sie erst Monate später veröffentlicht werden. Was denkst du über diese rasante Entwicklung des Internets? Ist das eher positiv oder doch mehr negativ? Sachen wie AIM & MSN sind sehr nützlich, um mit anderen Artists, Labels aus anderen Teilen der Welt zusammen zu arbeiten. Das Promoten von Tracks ist wichtig, aber ein Produzent muss aufpassen, an wen er seine neuen Tracks schickt. Am besten ist es, wenn du einige andere Produzenten kennst und weißt dass du denen bei neuen Tracks vertrauen kannst. Das ganze hat nicht mal unbedingt was mit der finanziellen Seite zu tun. Es gibt keinen Entschuldigungsgrund für einen DJ, wenn er seine Tracks von Soul Seek oder sonst irgendwoher bezieht. Man kann Tracks absolut kostengünstig bei Seiten wie Beatport kaufen; sich die Tracks illegal zu downloaden zeugt nur von Missachtung und Egoismus.


Von Zeit zu Zeit wirst du auch mal keine Lust haben Trance zu hören. Was hörst du in solchen Momenten für Musik, oder hörst du gar nichts anderes? Wenn ich mal nicht Dance Music höre, höre ich meist Radio. Meistens irgendwelche Sportsendungen. Sonst höre ich gerne ruhige Sachen wie Coldplay, Dave Matthews oder Martin Sexton. Aber manchmal kommt auch noch meine alte Punk Rock Ader zum Ausbruch und ich höre Sachen wie Face to Face oder Rancid.


Kannst du uns ein paar deiner Alltime-Favourites nennen? Das sind auf jeden Fall zu viele Produzenten, um sie aufzuzählen. Bei mir kommen wöchentlich neue dazu. Ich denke, Paul Oakenfold hat immer noch ein sehr gutes Ohr für neue Musik und ich bin immer auf der Suche nach neuen Mixes von ihm. Ferry Corsten`s Sound gefällt mir im Moment auch sehr gut. Leute wie Luke Chable und Pig & Dan machen seit Jahren konstant gute Arbeit.


Zum Schluss noch ein Thema, was nichts mit Musik zu tun hat: Vor ein paar Wochen hat die Nationalmannschaft der USA 1:4 in Deutschland verloren. Kannst du dir vorstellen, warum die Niederlage so hoch ausfiel, schließlich wurden die USA wesentlich besser eingestuft? Was tippst du wie weit es die Mannschaft bei der WM im Juni schafft? Fußball? Was ist Fußball? Mich interessieren nur die Pistons, die hoffentlich die NBA Finals dieses Jahr für sich entscheiden werden. Das letztjährige Finale haben sie um ein Haar im letzten Spiel verloren und deshalb werden sie dermaßen abgehen, dass sie dieses Jahr, bis auf eins, alle Spiele gewinnen werden.


Was können wir in deinem Set am Dienstag erwarten? Viele Melodien, ein Trip durch die Welten von progressive Trance, aber auf jeden Fall auch zum Feiern geeignet.


Vielen Dank für das Interview. Ich denke, wir werden in der Zukunft noch einiges von dir hören. Dafür wünschen wir dir alles Gute.
Tom WaxHallo Tom, am Montag bist du zu Gast bei Globalbeats.fm, welchen Sound können wir von dir erwarten? Wie immer elektronische Tanzmusik, diesmal mit dem Schwerpunkt Electro-House!


Du bist ja seit vielen Jahren eine feste Größe in der elektronischen Musiksparte, aber was hörst du privat für Musik? Sehr viel Alternative Rock Sound, z.B. Placebo, Kasabian, The Infadels oder auch chilligere Sachen von William Orbit oder Hooverphonic!


Könntest du dir vorstellen irgendwann einmal was anderes außer Musik zu machen oder als DJ unterwegs zu sein? Mein Herz hängt an der elektronischen Musik und es wäre mein Alptraum nicht mehr Musik machen zu können!


Momentan erlebt die deutsche Clubszene einen wahren Electro House Hype und wird täglich mit vielen neuen Releases aus diesem Bereich überschwemmt. Wie siehst du diese Entwicklung? Sehr positiv, da wieder Songs und coole Grooves auf dem Programm stehen! Das kann nur positiv für unsere Szene sein, da auch wieder mehr Girls auf elektronische Beats stehen!


Ist dies nur wieder ein kurzzeitiger Hype, wie wir es schon des Öfteren mit anderen Stilrichtungen erlebt haben, oder kann sich dieser Sound deiner Meinung nach etablieren? Er hat sich schon etabliert und ist einfach eine weitere Facette dieser so vielfältigen Musik!


Deine aktuellen Releases werden auch dieser Sparte zugeordnet, hast du nicht ein wenig Sorge in der Masse unterzugehen? Bei meinen Releases geht es ja um mich persönlich und nicht um Trends! Ich präsentiere mit meinen Releases immer meinen aktuellen Sound und sehe das mehr als PromotionTool für mein DJing!


Du bist ja nun auch schon über 10 Jahre aktiv im Geschäft und hast eigentlich alle Trends miterlebt. Hat sich die Musik und die Szene mitsamt den Parties und Events im Vergleich zu früheren Zeiten in deinen Augen verbessert oder ist die elektronische Musik mittlerweile so in unsere Gesellschaft integriert, dass der Reiz ein wenig verloren gegangen ist? Die Musik hat ihren Reiz noch lange nicht verloren, da es immer wieder neue tolle Produzenten gibt, die den Sound weiterbringen! Die Szene kränkelt derzeit etwas, aber es muss halt auch mal schlechte Zeiten geben, damit man die Guten wieder zu schätzen weiß!


Tom WaxJeder DJ, der schon einmal vor Publikum aufgelegt hat, kann Geschichten über kleine Patzer oder außergewöhnliche Vorkommnisse erzählen. Gibt es aus deiner langjährigen Dj-Zeit auch ein Erlebnis oder einen Gig den du nie vergessen wirst? Alle großen Events wie z.B. Mayday, Nature One, Dance Valley etc. vergisst man eigentlich nicht und an nahezu alle Auslands Gigs habe ich tolle Erinnerungen!


Tom WaxAls du mit dem Produzieren begonnen hast, gab es noch nicht so eine große Auswahl an digitaler Producing-Software. Bist du bis heute der Hardware treu geblieben oder wie einige deiner Kollegen auf PC-Software umgestiegen? Ich bin total digital!! Ich besitze noch Hardware, aber seit gut einem Jahr arbeite ich nur noch in meinem virtuellen Cubase Studio!


Seit einigen Jahren hast du dein eigenes Record Label Phuture Wax, welche Philosophie verfolgst du und was erwartet uns 2006 noch? Phuture Wax ist meine persönliche Plattform, um den Fans und DJ’s draußen meinen aktuellen State of the Art Sound zu präsentieren! Nicht mehr und nicht weniger!


Diesen Sommer werden wieder viele Dj's in den Clubs auf Ibiza oder auf den vielen europäischen Open Air-Festivals unterwegs sein, wo wird man dich live sehen können? Bei Nature One 2006 werde ich am Start sein und den Hessentag in Hessisch Lichtenau werde ich rocken! Aktuelle Tour Dates und News immer unter www.tomwax.de oder www.phuturewax.de !


Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg
Shawn MitiskaHi Shawn, wie geht es dir? Wie ist bei Euch in Colorado das Wetter, bei uns hier Deutschland ist es immernoch sehr kalt. Mir geht es im Moment ganz prima, das Wetter hier in Denver (Colorado) ist für diese Jahreszeit recht warm. Es könnte aber nicht besser sein, warmes Wetter und Schnee in den Bergen.


Man kann schon sagen, dass Du in den letzten 12 Monaten ziemlich bekannt geworden bist in der Szene – haben sich seitdem gewisse Dinge für Dich geändert, wenn ja, welche? Also es hat sich nicht wirklich viel geändert, eher physisch, ich schätze durch die Produktionen bzw. durch die vielen Remixanfragen in letzter Zeit, da habe ich viel zu tun, was ich vorher nicht so stark erlebt habe.


Du hattest erst eine Vorliebe für Rock & Pop Musik, wie bist Du dann zur Clubmusik gekommen? Nun ja, ich war schon immer ein recht großer Fan dieses elektrolastigen Rocks und dann zeigte mir damals ein Freund ein Album von BT, welches ich seit dem ersten Hören liebe. So kam ich langsam zu elektronischer Musik.


Ok, nachdem das Interesse für elektronische Musik bei Dir geweckt war, wie bist Du dann zum DJ-ing gekommen, welche Producer haben Dich dabei soundtechnisch besonders beeinflußt? Das DJ-ing war für mich zuerst der einfachste Weg, über die Musik meine Emotionen auszudrücken. Eigene Produktionen kamen dann erst viel später, als ich für mich herausfand, welche Art von “Tönen” oder welchen Sound ich genau transportieren will. Zusätzlich haben mich Leute wie Matt Rowan, Jaytech und mein langjähriger Freund Matt Cerf mich mehr oder weniger angespornt, diesen Weg einzuschlagen.


Der Weg zum produzieren, gab es da für Dich ein sogenanntes Schlüsselerlebnis oder war das nur der nächste logische Schritt nach dem DJ-ing? Naja, als ich immer mehr in Dance Music reinwuchs, hab ich für mich entschieden, das es einfach nur logische wäre, dann mit Produzieren anzufangen. So besorgte ich mir meine erste Fruity Loops Software und brachte mir dann die Grundschritte des Musik produzierens bei.


Ich habe gemerkt, dass Du in Deinen Produktionen recht häufig kollaborierst, zum Beispiel mit Kollegen wie Matt Cerf, Tyler Michaud oder auch Santiago Nino zusammenarbeitest – ergeben sich diese Co-Produktionen eher zufällig oder arbeitest Du bewusst lieber im Team? Was die Co-Produktionen angeht, habe ich einfach herausgefunden, dass es für mich besser ist, wenn andere, fremde Sounds mit in den Output einfließen. Mit guten Freunden zu produzieren, gibt mir das Gefühl, dem Track ein besseres Arrangement zu geben, soll heißen, 2 Leute können einem Track mehr Schliff verpassen als eine Person, mehr Input ergibt mehr Output.


Beim durchhören Deiner Remixe hab ich herausgefunden, das Dein Sound relativ verschieden ist – beschreib Deinen Sound selber einmal. Ich mag es, stets verschiedene Styles in jeden meiner Remixe einzubringen. Es hängt davon ab, wie die Grundstruktur des Originals ist, eher housig oder eben trancig.


Nun zu Deinem aktuellen Release, “My All” – wie kam die Co-Produktion mit Rob Aker aka Jose Amnesia zustande? Eigentlich began diese Produktion zuerst mit einem guten Freund, Serp, der mit Jose Amnesia schon den Track “Second Day” rausgebracht hat. Serp und ich begannen also “My All” zu produzieren. Als Serp mittendrin ausstieg, machte ich erst einmal selber weiter, ging ins Studio und nahm die Vocals mit Mike Burns (Interstate) auf. Nachdem dann Jose sich die Vocals angehört hatte, war er bereit, mit mir an dem Track weiterzuarbeiten. Nach 3 minderqualitativen Versionen wurde schließlich die Endversion fertiggestellt.


Gibt es bereits ein Releasedate für die Remixe von Markus Schulz und den Flash Brothers? Also der Original Track ist ja bereits auf der Coldharbour Selections Part 9 drauf. Dieser wird dann nochmals zusammen mit den Remixen am 10. April releast.


Welche interessanten Projekte kommen demnächst auf uns zu bzw. kannst Du uns vielleicht schon andere Geheimnisse erzählen? Ich habe gerade eben erst einen Remix für die neue Single von Noel Sanger auf Solaris Recordings fertiggestellt sowie zusammen mit Jose Amnesia einen Remix zur Markus Schulz Single "Never Be The Same Again". Auf andere spannende Sachen müsstt ihr noch warten, haltet einfach die Augen offen.


Shawn MitiskaErzähl uns ein wenig über Dein Project "Interstate", wer steckt dahinter und was können wir da in Zukunft erwarten? Hinter dem Projekt Interstate stecken Mike Burns, Mark Lewis und Colleen Kelly. In naher Zukunft steht da die Single “Love Freak” an, dazu gibt es dann auch gleich einen Remix von Matt Cerf und mir.


Shawn MitiskaWie produzierst Du einen Track im Studio? Hast Du eine feste Rangehensweise und wie lange brauchst Du ungefähr für eine Produktion, zum Beispiel wie lange hat “My All” gedauert? Es ist immer von verschiedenen Dingen abhängig, im Fall von “My All” hat es fast ein ganzes Jahr gedauert, bis der Track wirklich fertig war. Aber manchmal braucht es auch nur einen Tag oder so…


Wir haben viele junge DJs und Producer bei Globalbeats.fm – was kannst Du ihnen für Tipps geben, wenn sie vorhaben, ein fertiges Demo rauszuschicken? Wie war es bei Dir, hattest Du Glück dabei? Ich war sehr froh darüber, Freunde zu haben, die einen guten Draht zu Labeln und A&R`s besitzen. Aber ich denke, wenn du ein wirklich gutes Stück Musik produziert hast, findet sich relativ schnell ein Label, das es signed.


Was denkst Du über die deutsche Szene? Die Techno Szene hier ist enorm groß, aber die Trance Szene hat in den letzten Jahren doch sehr gelitten, welche deutschen Produzenten magst du? Den einzigen deutschen Artist den ich da kenne, ist Paul van Dyk und wenn Paul ein guter Pate für Trance aus Deutschland ist, dann gehe ich davon aus, dass es rockt!


Folgende Annahme: Dein Haus würde gerade abbrennen und Du hättest Zeit, nur eine einzige Platte zu retten, welche ware es? Hmm, wenn meine Familie und die Haustiere bereits draussen in Sicherheit wären, dann würde ich sicherlich meine CPU retten wollen, da ich unter Garantie meine Turntables ersetzen könnte, hehe.


Deine 3 Alltime Favourites?
01: BT – Never Gonna Come Back Down
02: Lange feat. Skye – Drifting Away
03: PQM – You Are Sleeping (Luke Chables Vocal Pass Mix)


Wann wirst Du mal Deutschland die Ehre erweisen bzw. wann kommst Du mal über den "großen Teich"? Hoffe doch sehr bald, ich bin gerade auf der Suche nach einer guten Booking Agentur. Ich gehe davon aus, demnächst eine zu finden.


Danke für`s Interview, Shawn, und viel Erfolg für die Zukunft. Danke ebenfalls und für Globalbeats.fm wünsch ich auch viel Erfolg.


Links:
www.shawnmitiska.com
www.armadamusic.nl
www.somaticsense.com
www.lostlanguage.com
www.amentarecords.com
Tomas HaverlikHallo Tomas, wie geht es dir? Am Dienstag bist du zu Gast bei Tranceparency auf globalbeats.fm. Was für Musik werden wir von dir hören können? Mir geht es gut. Ich werde einige schöne progressive Tracks spielen, die richtig grooven und schöne Melodiespielereien haben. Auf jeden Fall wird es doch sehr angenehm sein.


Du kommst aus der Slowakei. Kannst du uns ein bisschen über die Trance Szene und elektronische Musik überhaupt in deinem Land erzählen, da viele Leute sicherlich gar nichts darüber wissen? Fakt ist, dass unser Land in vielen Dingen ein wenig zurück ist… Dazu gehört auch Musik. Am populärsten ist immer noch Techno und einige andere Musikrichtungen, welche ich nicht wirklich beschreiben kann. Progressive und Trance sind im Moment nur kleine Bestandteile der Szene bei uns. Die Bedingungen für unsere emotionale Musik sind hier nicht die besten. Hinzu kommt, dass junge Menschen nicht das Geld für Partys haben. Sie sind nicht bereit sehr viel Geld für den Eintritt zu bezahlen und Künstler aus anderen Ländern, die wirklich interessant wären, können wir nicht bezahlen. Zum Beispiel sind 3€ das Maximum, was man bereit ist zu zahlen. Ich denke, das ist einer der Hauptgründe, dass unsere Musik hier noch schläft. HILFE!!!


Du arbeitest bereits seit geraumer Zeit mit TKAC zusammen. Wie seid ihr in Kontakt mit Trance gekommen und wann habt ihr euch entschlossen, selber Musik zu machen? Haben euch vielleicht irgendwelche DJs oder Produzenten inspiriert? Im Moment arbeite ich allein an einem Solo-Projekt. Ich bin mit dieser Musik im Jahr 2000 in Kontakt gekommen, als sich die progressive Szene in Großbritannien gerade nach und nach herausgeformt hat.


Hast du ein richtiges Studio mit speziellen Synthesizern und ähnlichem, oder produzierst du deine Sachen via Software, was heutzutage viele Produzenten tun? Ich habe keine speziellen Sachen mit denen ich produziere. Ich benutze lediglich ein Effektgerät, einen Midi-Controller, ein Midi-Keyboard und einen Mixer. Natürlich brauche ich eine hochwertige Soundkarte und ordentliche Monitore. Ansonsten nutze ich nur Software.


Dein Sound ist sehr vielseitig und komplex. Es tauchen immer wieder kleine, hübsche Melodien, groovende Basslines, treibende Drums und vieles mehr in deinen Tracks auf. Wie lange brauchst du um solche Melodien zu kreieren? Wie lange benötigst du für einen kompletten Track? Das Hauptaugenmerk liegt bei mir auf den Melodien, denn sie sind es, über die man redet. Das kommt oft ganz spontan und alles ist in einer Nacht fertig. Aber manchmal gibt es auch Sachen bei denen ich Wochen und Monate brauche bis es fertig ist. Das Arrangieren dauert meist am längsten und ist das schwierigste daran.


Tomas HaverlikDu hast bisher ein Release bei dem sehr bekannten Label Baroque gehabt. Kannst du uns ein wenig über anstehende Releases erzählen? Gibt es neue Tracks oder Remixes von dir? Ja, im Moment habe ich einige Projekte und Remixe abgeschlossen. Ich kann euch ein paar Namen verraten…: Leeane, Nadine, Ariane, Futura and Tatra.


Was sind deine Pläne für die nächsten Wochen und Monate? Ich werde an einigen Vocalparts für die eben genannten Tracks arbeiten. Das wird eine der schwierigsten Sachen sein, an die ich mich bisher herangewagt habe.


Trance und Progressive ist in Deutschland leider nicht so sehr angesagt. Kennst du ein paar DJs und Produzenten aus Deutschland? Ich habe einige Freunde aus Deutschland, so z.B. Sonorous, Alex M.O.R.P.H. und Andrew Bennett.


Das Internet wird immer wichtiger, um seine eigene Musik zu promoten, aber alles hat seine Schattenseiten, wie z.B. das File-Sharing. Wie gehst du damit um? Das wird niemand ändern können. Es ist wie es ist. Damit muss jeder klarkommen. Aber ich hoffe, dass Digital Downloads attraktiver werden und dann werden die Leute eines Tages merken, dass es besser ist für einen lächerlichen Betrag viel höhere Qualität als bei gerippten Vinyls zu haben.


Was sind deine fünf Lieblings-Tracks im Moment? Hmmm… eigentlich alles aus meinem Set… ;-)


Wir sind gespannt auf dein Set. Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine Zukunft. Schönen Dank für das Interesse. Ich hoffe, euch gefällt mein Set und vergesst nicht: KEEP THE QUALITY HIGH!


Links: www.tomashaverlik.com
Sandra Flyn hat schon in jungen Jahren ihre Liebe für Musik entdeckt. Als ihr Bruder dann noch in den 90ern begann zu produzieren und es zu kleineren Erfolgen kam, wollte auch Sandra etwas mit Musik machen. Sie aber begann das Auflegen, und 1999 kamen auch die ersten eigenen Plattenspieler ins Haus. Kurze Zeit später ergab sich dann auch die Möglichkeit vor Publikum aufzulegen. Im Jahr 2000 ergab sich ein Kontakt zu Marc van Linden, inzwischen veröffentlicht sie ja auf seinem Label Midway, was dazu führte das Sandra selber begann zu Produzieren. 2001 dann erschien Sandras erste Single (1st Period auf Clubbgroove), es folgten weitere Produktionen (Do it right und als ESS-EFF mit Hope/Question). Mit Bookings für die Loveparade (Berlin), der Reincanation (Hannover) oder im Proton (Stuttgart) und sogar im Ausland (Spanien, England, Polen) kann man Sandra wohl als eine der führenden Trance DJanes des deutschen Trance bezeichnen.


Sandra FlynHallo Sandra, wie geht es Dir? Hattest Du in den letzten Wochen viel Stress, oder hielt es sich in Grenzen? Danke, mir geht es gut. Da ich ja meinen Spaß an der Musik noch nicht verloren habe und Musik aus "Liebe zur Musik" mache, lasse ich mich also nicht davon stressen.


Am kommenden Dienstag können die Hörer von Tranceparency einen Gastmix von Dir hören. Was kann man von Dir für einen Sound erwarten? Eine Mischung aus Elektro, Progressive, Trance, mit natürlich auch meiner aktuellen Single "Rocking". Im Prinzip bin ich nicht nur auf eine Richtung eingeschossen, sondern spiele gerne die unterschiedlichsten Stile zusammen, weil ich glaube, damit eine interessante Mischung zu erlangen.


Deine Platte "Rocking" ist ja in so manchem auch bekannteren Case zu finden. Hast Du mit einem solchen Erfolg gerechnet? Nein, erwarten kann man so was natürlich nicht! Allerdings konnten wir schon nach den ersten Feedbacks des Midway-Pools sehen, dass die Meinungen durchgehend sehr stark waren. Rocking ist, ähnlich auch wie bei meinen Sets, durch verschiedene Musikstile entstanden. Es ist eigentlich eine Prog-Trance-Nummer, aber wenn man sie im Minusbereich spielt, kann man sie trotzdem auch in ein Elektro-Prog-House Set einbauen.


In einem anderen Interview habe ich gelesen, dass Du über Deinen Bruder zum Produzieren und Auflegen gekommen bist. Arbeitet Ihr beide immer noch zusammen oder geht Ihr inzwischen getrennte Wege? Nein, mein Bruder arbeitet seit 5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Beide sind ein eingespieltes Team und teilen sich die Studioarbeit auf. Bei meinen Produktionen, sitze ich allerdings mit im Studio und wir arbeiten zu 3. Meine Singles entstehen durch meine Ideen und werden erst dann aufgenommen, wenn ich damit 100%ig zufrieden bin.


Berichte uns doch mal, wie bei Dir so ein Produktionsprozess abläuft. Arbeitest Du nach einem bestimmten Schema oder kommt das alles bei Dir spontan? Meist habe ich eine Idee und wir halten ein gemeinsames Meeting, wo wir dann erstmal alle Einzelheiten besprechen und dann versuchen mit diesem Thema zu arbeiten. Alles andere ergibt sich dann meistens im laufe der Produktion.


Ich habe gelesen, dass Du an einem Album arbeitest. Wie geht es denn dort voran, und wann vor allem kann man damit rechnen? Geplant ist mein erstes Album für Ende des Jahres, bzw. Frühjahr 2007. Einige Titel sind bereits fertig und dann arbeiten wir natürlich noch an weiteren Tracks und an diversen Collaborations.


Arbeitest Du außerdem noch an anderen Projekten oder ist Sandra Flyn Dein einziges? Wir arbeiten gerade noch an einigen anderen Projekten, weil ich auch gerne meine weiteren Fassetten präsentieren möchte, was sicherlich aber nicht nur als "Sandra Flyn" möglich ist.


Die deutsche Trance Szene steckt momentan, so kann man sagen, in einer Krise. Warum ist das so, liegt das nur an ihrem angekratzten Ruf, den sie durch die Coverwelle Anfang des Jahrzehnts bekommen hat, oder hat das Deiner Meinung auch andere Ursachen? Denn weltweit ist Trance ja recht erfolgreich, wenn man die internationalen Erfolge von Tiesto, Armin van Buren oder auch Paul van Dyk sieht. Doch es gibt auch Versuche aus der Szene selber, ihr neues Leben einzuhauchen. Zuletzt das UNITED Event in Hannover, aber es gibt auch immer wieder kleine Partys in Clubs im ganzen Land. Doch gegen House und Techno scheint man nicht anzukommen, warum tun sich viel gerade junge Leute so schwer mit Trance? Denn wenn sie elektronische Musik hören, dann ist es doch eher House. Sicherlich ist ein Grund, dass sich die Generation "fast" ausgetauscht hat. Die Leute, die damals mit dieser Musik aufgewachsen sind, bzw. sich für die Musik interessiert haben, sind mittlerweile älter, haben Kinder, Familie, u.ä. und findet man nur noch selten in irgendwelchen Clubs und Veranstaltungen. Die "neue" Generation wird nur kaum an die Musik herangeführt und hat evtl. auch ganz andere Interessen.


Welche Pläne und Wünsche hast Du für die Zukunft? Mein baldiges Solo-Album ist mir natürlich sehr wichtig und auch die weiteren Projekte, um den Leuten noch einen größeren Einblick in meine musikalischen Vorlieben zu verschaffen.


Danke für das Interview und vor allem für den Gastmix bei Tranceparency. Und viel Erfolg für die Zukunft. BITTE und Euch noch viel Glück bei Tranceparency!
Özgür CanHi Özgür, wie geht es Dir? Es scheint, als ob Du im Moment sehr beschäftigt bist... Mir geht es gut, danke. Habe eigentlich immer viel zu tun, aber manchmal eben auch nicht.


Wie war die Woche in Miami auf der WMC, wen hast Du alles getroffen? Vielleicht kamen einige interessante Kontakte zustande? Nun, es war mein zweites Jahr auf der WMC, daher wusste ich was mich dort erwartet. Ich war da um eine Woche Urlaub zu haben, nicht unbedingt mit der Absicht einige Kontakte zu knüpfen. Aber man weiß ja, es ist Miami, da hast du immer Spaß.


Du hast auf der WMC 7 Gigs in 6 Tagen gehabt - war das nicht sehr anstrengend oder überwiegt stets der Spaß? Naja, das meiste waren eher kleinere Gigs, einige waren scheisse, einige waren top, aber an sich hatte ich ne gute Zeit in Miami.


Ok, ne andere Frage: wenn ich nach Stockholm kommen würde,wie müsste ich mir das Clubleben vorstellen bzw. was kann ich dort erwarten? Also seit dem unsere Polizei in Stockholm drauf und dran ist, ordentliche Clubtouren zu schmeissen, findest nur noch Clubs die Dancemusic spielen. Aber wir haben hier einen richtig guten House Club namens "Grodan" und meint einen Frosch und fasst knapp 200-300 Leute. Das ist auch der Club, in den ich gehe, wenn ich hier daheim in Stockholm bin. Ein kleiner feiner Club mit netten Leuten und großartiger Atmosphäre und stets gutem Line-up.


Der ist notiert ;-) Schlagt ihr da eine musiktechnisch bestimmte Richtung ein, oder was dürfen wir genau von Furry Music erwarten? Erzähl uns ein wenig darüber, gibt es bereits Details für die Zukunft? Bei Furry Music folgen wir eher unserem Gefühl, als irgendeiner konkreten, vorgegebenen Linie, Hauptsache es hat den gewissen Drive und funktioniert auf dem Dancefloor. Wir haben soeben einen sehr talentierten jungen Holländer ins Boot geholt, sein Name ist Roel H. Er ist wirklich gut und wir haben jetzt zwei Tracks von ihm gesigned und sind sehr glücklich über dieses Release. Danach wird wieder ein Furry Nipples Track erscheinen, "Why", welches wesentlicher housiger ist als die beiden Vorgänger "Surroundings" und "Slacker". Wir sind mächtig stolz auf unser kleines Baby ;-)


Ok, du hast noch ein anderes Label am Start, zusammen mit deinem Kumpel Dumb Dan - was ist genau die Geschichte hinter Skymph Music? Eigentlich ist Skymph Music bereits mein 3. Label in dem ich involviert bin. Es gibt noch Plejour Audio, welches ich mit einem Freund aus UK betreibe, aber ich vermute, das wissen kaum ein paar Leute ;-) Das Skymph Label ist etwas, was ich schon seit längerem machen wollte, da werden so Alternative Sachen released wie Daniel Lindeberg sie macht. So haben wir uns entschieden, ein Label für digitalen Stuff zu gründen, wo halt Alternativmaterial wie wir ihn mögen veröffentlicht wird - Pop/Rock/Synth/Electronica und was man sich sonst noch alles denken kann :)


Und was für Neuigkeiten können wir direkt von Özgür Can erwarten? Yep, in den letzten Monaten war ich wirklich fleißig an neuen Sachen und habe auch einige Reworks älterer Tracks gemacht. Zum Beispiel wird es "Not Even Winds" in einer 2006er Version geben, welche demnächst bei Armada im Digital Format erhältlich sein wird. Dann wird eventuell nach fast 3 Jahren endlich auf Precinct Recordings mein Track "On A White Day" mit 2 neuen Versionen rauskommen, die alte Version wird es dann aber nicht mehr geben;. Wer sie noch haben will, weiß schon wo er sie herbekommen kann ;-)


Ich habe gelesen, dass du deine Tracks gerne mit CD und noch lieber über Internet verschickst, was ja für das I-net spricht. Leider gibt es da auch negative Seiten wie z. B. das Filesharing von Audiodateien und mehr - wie ist deine Meinung zu der rasanten Entwicklung des Internets, positiv oder negativ? Wenn ich ehrlich bin, ärgert mich das sehr, wenn Leute meine Tracks schon vorher haben. Aber heutzutage kann ich mich nicht auch noch darum kümmern. Ich kann auch nichts gegen diesen Mist machen. Auf der anderen Seite ist es aber gut, wenn es solche Plattformen wie Beatport gibt, das ist ein einfacher Weg für Mp3s.


Wie sieht eigentlich dein Studio aus, ich weiß gar nicht ob du nur mit Fruity Loops arbeitest? Nutzt du vielleicht irgendwelche Hardware oder ist Özgür ein reiner Softwarefreak? Ich nutze vorwiegend nur Fruity Loops und Softwaresyntheziser.


Wenn ich mir so deinen Sound der letzten Jahre anhöre, kann man dich nicht wirklich musikalisch festlegen - wie würdest du selbst den Özgür Can Style beschreiben? Nun, ich habe mal gesagt, mein Musikgeschmack ändert sich so alle 2-3 Jahre, ich bin da schnell festgefahren und daher immer auf der Suche nach neuem Stuff. Ich selber kann meinen Sound auch nicht wirklich genau beschreiben, ich habe dafür, glaub ich, einfach zu viele Einflüsse, um mich irgendwie festzulegen.


Özgür CanKannst du uns irgendwelche Agendatipps von dir verraten, wo gibt es demnächst eine Özze Party? Ich bin dieses Wochenende gerade erst aus Bukarest zurück und es war ziemlich geil. An sich war ich jetzt die letzten 5-6 Wochenenden am Stück unterwegs, jetzt habe ich eine kleine Pause, bevor es dann nach Barcelona zum Sonar Festival geht. Und der bereits angesprochene Club hier in Stockholm "Grodan" veranstaltet eine Party namens "Take Me To Sweden", mit einem richtig guten Line-up fast aller Schwedischer Heroes ;-) Ich bin sehr glücklich, dabei sein zu dürfen. Schaut einfach auf www.cocktailclub.se für das gesamte Line-up. Es gibt noch viele andere geile Partys demnächst, ich habe sie nur nicht alle im Kopf. Ihr könnt mal im Dumb & Furry Forum nachschauen, da stehen sie alle.


Ok, jetzt was ganz anderes: ich habe gehört, das die schwedischen Jungs besonders auf Norwegische Frauen stehen, was nicht unlängst an bestimmten xxx-Movies liegt - was ist dran an der Geschichte, und sei ehrlich! ;-) Hehe, das Ding hat 2 Seiten - die norwegischen Jungs stehen auf die schwedischen Mädels und die schwedischen Jungs auf die norwegischen Mädels, so ist es halt interessanter ;-) Und um wirklich ehrlich zu sein, ich kenne nicht eine einzige Pornodarstellerin aus Norwegen.


Nun, wie heißt die nächste Özgür Single, die in den Startlöchern steht? Also das letzte was ich fertiggestellt habe, ist die neue Version zu "On A White Day", schöner deeper Sound und ich bin wirklich zufrieden damit.


Letzte Frage Özgür, was hörst du persönlich, wenn du nicht gerade am produzieren oder auflegen bist? Wenn ich daheim am chillen bin, hör ich rein gar nichts Elektronisches. Da höre anderes Zeug, ich bin großer Fan von Alternative Musik oder Indie Pop!


Alles klar Özgür, hiermit ist das Interview zu Ende, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und weiterhin viel Glück mit deiner Arbeit, cheers. Ok, war doch kein Problem. Euch und eurem Radio viel Erfolg! ;-)


Links:
www.dumbandfurry.com/forum
www.ozgurcan.com
Nick ThompsonHey Nick, alles ok bei dir? Kommenden Dienstag bist du mit einem Gastmix bei Tranceparency auf GlobalBeats FM zu hören. Was können wir von dir erwarten? Welchen Sound bevorzugst du? Ich denke ihr könnt eine wohl durchdachte Mischung aus Progressive, House & Trance mit einem kleinen Touch Electro ab und an hören. Im Moment stehe ich total auf diesen Progressive House Sound. Beispielsweise die wunderbaren Percussion-Elemente machen diese Tracks so genial treibend.


Wann hast du beschlossen das Deejaying zu erlernen? Gab es einen besonderen Punkt, an dem du dich dafür entschieden hast? 1997! Um die Geschichte abzukürzen: Ich war mit ein paar Freunden auf einer Houseparty und irgendwann stand ich eine Stunde hinter den Turntables… Mein erstes Mal überhaupt hinter den Plattentellern.


Du produzierst auch. Kannst du uns ein paar deiner Releases nennen und uns einen Einblick geben, was noch Neues kommt und ob die Sachen möglicherweise schon gesignt sind? Currently Released:
Nick Thompson – Spice Fire (Markus Schulz Coldharbour Selections 4) (Electronic Elements)
Nick Thompson & Spekuless – Deep Level Lines (Incl Remixes) (Real Deep)
Fineart – Empathy (Nick Thompson Remix) (Inov8)
Nightlight – For U (Lost Language)
Keenan & Bajwak – Jericho (Nightlight Vocal Remix) (Lost Language)
HKN – The Space Between (Nick Thompson Remix) (Active Records)

Coming Soon:
Nick Thompson & James Vickers – Synaptic Sex (Original Frousey Mix) (Alter Ego Progressive)
Nick Thompson – City Kid (Lost Language)
Everwake – Twilight Rising (Nick Thompson Vocal, Dub & Sunset Remixes) (Inov8)
und Einiges mehr!!


Selber Musik zu produzieren, ist heute einfacher als noch vor einer Weile. Das Equipment ist zwar immer noch nicht sonderlich billig, aber mit Software lassen sich heute die gleichen Ergebnisse erzielen. Was nutzt du? Ich würde nicht sagen, dass es heute einfacher ist… Es ist zwar einfacher mit den verschiedenen Tools zu arbeiten, aber man braucht immer noch Talent und eine ganze Menge Ausdauer und Fleiß, um Musik zu produzieren. Im Moment nutze ich FL Studio 5 & Cubase SX 3 mit einigen VSTs. Außerdem missbrauche ich das Studio der Universität für einige Projekte, die mit Dance Music nichts zu tun haben.


Machst du noch was neben der Musik oder ist das dein Full-Time-Job? Das Produzieren ist zwar nicht mein Full-Time-Job, aber spätestens seit ich an der Universität Music Technology studiere, verbringe ich jeden Tag damit.


Progressive ist sehr angesagt im Moment. Es wächst immer weiter und weiter. Wie denkst du sieht Trance in den nächsten fünf oder zehn Jahren aus? In fünf Jahren? Ich habe keine Ahnung. Das ist es, warum ich Trance so liebe. Es ist einfach nicht vorhersehbar, wohin die Entwicklung geht. Ich würde es mögen, wenn es sich für eine Weile ein wenig mehr in die technoidere Richtung entwickelt, weil ich das einfach großartig zum Tanzen finde, aber wir werden sehen und abwarten, was passiert. Noch mehr Progressive House Sachen würden mir aber auch gefallen…


Tranceparency ist eine Show auf GlobalBeats FM, einem Sender mit einigen guten und talentierten DJs. Allerdings gibt es viele andere gute Online-Radios. Was denkst du über Internet Radios wie dieses? Gibt es mittlerweile zu viele von ihnen oder ist es eine gute Möglichkeit die verschiedenen Formen der elektronischen Musik den Leuten näher zu bringen? Vor ein paar Jahren hätte ich gesagt, dass es noch nicht genug Online-Radios gibt. Aber jetzt scheint es als hätte jeder sein eigenes Radio und ich muss sagen, dass das eine fantastische Sache ist. Vor fünf Jahren musstest du darum kämpfen überhaupt erstmal 50 Leute zusammen zu bekommen, für die du auflegst. Heute ist das einfacher. Jede x-beliebige Radio Station hat ihr Publikum. Außerdem ist es eine großartige Sache, um talentiertem Nachwuchs eine Plattform zu geben.


Wie sehen deine Top10 Tracks im Moment aus?
1: Armin Van Buuren ftr. Nadia Ali - Who Is Watching (Perry O'Neil Remix)
2: DJ Remy & Roland Klinkenberg - IntroDubtion
3: Harry Lemon - Rise! (Jack Russell NYC Mix)
4: San & Sebastian Moore- Night Eyes (Niklas Harding Remix)
5: Placebo - English Summer Rain (Nick Thompson Bootleg Remix)
6: James Wood pres. Wandii - The Asylum. 7: Kenneth Tjonasam Pres. Spekuless – Curacao (Gabriel Batz Remix)
8: Emphased Reality – Realsphere (Static Blue Remix)
9: Scandi – Risifrutti
10: Perry O’Neil – Numb (Stels Shoot The Glass Remix)


Vielen Dank für das kurze Interview. Wir sind sehr gespannt auf dein Set und wünschen Dir für deine Pläne alles Gute. Bye.
KamuiHallo Patrick und Dominik, wie geht es Euch? Kommenden Dienstag (04.04.2006) werden die Hörer der Sendung TRANCEPARENCY auf globalbeats.fm von Euch einen einstündigen Gastmix hören. Was erwartet die Leute? Patrick: Patrick: Hey Hey, uns geht’s bestens, Danke. Den Mix würde ich insgesamt als Techtrance bezeichnen. Der Sound heute ist etwas ruhiger als das was wir sonst bei Gigs spielen.


Beschreibt mal den Hörern euren Sound, den Ihr beide produziert. Unterscheidet er sich stark von dem was ihr auflegt? Dominik: Es ist immer schwierig etwas genau in eine Schublade zu stecken, aber im Grunde genommen produzieren wir momentan Techtrance. Mal etwas mehr Hardtrance orientiert, mal eher Holland-Trance. Wir haben aber auch kein Problem die ein oder andere softere Trancenummer zu schrauben oder meinetwegen auch einen bösen Techno Track. Patrick: So sieht’s aus. Weil Musik unser Hobby und nicht unser Beruf ist, machen mir einfach wozu wir Lust haben und was uns gefällt – das ist eben die ganze Bandbreite von 130 BPM Progressive Trance bis zu 145 BPM Hardstyle. Aber vorwiegend ist es Techtrance, das stimmt schon. Wir müssen auch zugeben, dass wir - aus heutiger Sicht - vor drei Jahren einige Verbrechen zu verbuchen haben – wir waren mit 15 und 16 einfach auf einem anderen musikalischen Stand als heute. Vor 2 Jahren war es dann Hardtrance auf Overdose Records und heute ist es wohl irgendwas zwischen Trance, Techno und Hardtrance. Hm, ist nicht so einfach zu beschreiben… Dominik: In einem Jahr wird die Sache wahrscheinlich schon wieder anders aussehen, aber wir finden es auch gut, wenn sich etwas ändert, weiterentwickelt, denn dann scheint es ja zu leben und ist nicht festgefahren… Wir lernen immer noch jeden Tag etwas Neues dazu und sind uns sicher, dass unsere guten Tracks erst noch kommen werden (grinst) Patrick: Beim Auflegen kommt es darauf an wo und vor was für Leuten man spielt. Das Set heute auf globalbeats.fm ist etwas tranceiger, aber bei Gigs im Ausland spielen wir vorwiegend den etwas härteren und schnelleren Sound.


Wann habt Ihr eure Liebe zu elektronischer Musik und vor allem zu Trance gefunden? Gab es bestimme Personen oder auch Künstler die Euch begeistert haben? Dominik: Also bei mir ging es zur Grundschulzeit los. Damals waren noch relativ viele Dance-Acts auf den großen Compilations vertreten und mir gefiel diese Art von Musik einfach besser als die ganzen Boygroups und die Kelly Family. Anfangs stand ich auf Projekte wie Scooter, La Bouche, Music Instructor und Konsorten. Über die Technoclub-Sampler wurde ich dann später auf Flutlicht aufmerksam. Deren Playlist war ihrer Zeit um einiges voraus und führte mich weg von Dance zu richtigem Trance und Hardtrance. Über die Jahre haben mich vor allem die Tracks von Scot Project, Flutlicht, Kai Tracid und Co. geprägt, was man in unseren Produktionen bestimmt hören kann. Patrick: Bei mir verlief das ganz ähnlich. Mit 8 Jahren kannte man halt nichts anderes als den Dance der auf der Bravo Hits war oder der im Radio kam. Als ich 10 Jahre alt war hat mir dann ein älterer Kumpel ein Album von Charly Lownoise & Mental Theo gezeigt, also Happy Hardcore aus Holland. Der Mix aus stupidem Geballer, Melodie und cheesy Vocals hat mir damals einfach gefallen. Heute hat man es natürlich wesentlich leichter seine Lieblingsmusik zu finden. Im Club mag ich es einfach etwas härter und energievoller und daheim geht nichts über eine gute „A State Of Trance“ Folge von Armin van Buuren, oder Markus Schulz’ Global DJ Broadcast. Großen Respekt hab ich heute vor den Produktionskünsten von Sander van Doorn, Mac Zimms, Asys und nach wie vor Scot Project.


Patrick hat mir vor kurzem Euren Betrag zum Remixwettbewerb von Sander van Doorn zu kommen lassen, welcher mir persönlich sehr gut gefallen hat. Was rechnet ihr euch für Chancen aus, denn es wir ja recht viele Beiträge geben? Dominik: Ja, ich denke auch, dass es tonnenweise Remixe geben wird, da Sander van Doorn für mich und bestimmt auch für andere momentan zu den besten Produzenten überhaupt zählt und in der nächsten Zeit seinen festen Platz unter Top DJs einnehmen wird. Da das Ausgangsmaterial eher spärlich war musste ein fast komplett neuer Track her – das wird viele gute Produzenten vom Remixen abgehalten haben, da einfach eine Art Grundidee fehlt. Auch die damalige Single war sehr monoton und schwer als Grundlage zu verwenden. Wir haben uns bei der Vorproduktion deshalb auf die Bassline des Originalstückes gestützt und wild Drumherum geklimpert, bis wir etwas Passendes gefunden hatten. (grinst) Patrick: Wir gehen davon aus, dass es zwar sehr viele Mixes geben wird, aber am Schluss etwa 5-10 potenzielle Gewinner übrig bleiben werden. Wer letztlich gewinnen wird hängt von den Vorstellungen von Spinnin’ Recordings und SvD ab.


Ich habe gesehen das Ihr in diesem Jahr schon die erste Veröffentlichung (Benjamin R - Hybrid (Kamui Mix) / Cold Passion) hattet und das auch im April eine Remix für DJ Hellraiser - Acid Noir kommen wird. Mit was können wir im Laufe des Jahres von Euch noch rechnen? Dominik: Da wir beide momentan mit der Schule und dem Studium beschäftig sind, haben wir dieses Jahr relativ wenig Zeit für Musik gehabt. Ich denke aber, dass wir dieses Jahr noch ein oder zwei Kamui Singles produzieren werden und die anderen Sideprojects etwas bedienen. Der ein oder andere Remix wird sicher auch noch kommen. Genau festlegen kann man das aber nicht, denn Kreativität kann leider nicht erzwungen werden.


Und wo wir gerade beim Thema Produzieren sind. Wie arbeitet Ihr zusammen im Studio, beschreibt mal wie das bei Euch so abläuft. Kommen die Ideen spontan oder arbeitet ihr nach einem bestimmten Muster? Patrick: Wie schon gesagt man kann Kreativität nicht erzwingen - wir produzieren, wozu und wann immer wir Lust haben. Wenn wir uns im Studio treffen und etwas komplett Neues anfangen, dann wird das meistens nichts. In der Regel steht schon bevor wir uns treffen die Grundidee, ein cooler Beat, eine Melodie oder sogar beides. (grinst) Dann geht es auch relativ schnell und wir versuchen den Track grob durchzuarrangieren - Aufbau, Break und Mainpart. Dann nehme ich den Track zu mir nach hause und erledige die Detailarbeit und die Abmische. Dominik: Wir ergänzen uns perfekt, jeder hat sein eigenes Aufgabengebiet. Während Patrick noch den „alten“ Track fertig macht, bin ich schon wieder mit der Vorarbeit zu einem neuen Track beschäftigt. Ich programmiere Sounds für die Synthesizer, die Loops und meistens auch die Melodien. So hat jeder ständig etwas zu tun, um es dann zu einem größeren Ganzen zusammenzufügen. Der Vorteil wenn man zu zweit produziert ist vor allem aber auch die gegenseitige Kontrolle. Schraubt einer den totalen Müll zusammen, dann gibt’s vom andern erstmal was auf die Nuss. (lacht)


Nutz ihr Hardware oder Software? Dominik: Wir verwenden bisher noch größtenteils Hardware, da wir der Meinung sind, dass der Klang und das Feeling teilweise noch besser sind, als die Ergebnisse, die wir mit Software erzielen würden. Vielleicht haben wir auch einfach nur soviel Geld ausgegeben, dass wir nicht vom Gegenteil überzeugt werden wollen - in den Meisten Fällen hören wir aber einen Unterschied. Patrick: Man muss aber sagen, dass es mittlerweile keine Rolle mehr spielt, ob man mit Software oder mit Hardware produziert. Die Hörer haben sich einfach an diesen typischen Sound gewöhnt, der die Musik in letzter Zeit sehr geprägt hat. Es kommt hin und wieder vor, dass man einen Track hört, bei dem man sich gewünscht hätte, dass er doch etwas „teurer“ produziert worden wäre. Am Ende ist es aber die Gesamtqualität des Tracks, die überzeugen muss. Ein 250.000€ Studio produziert alleine keine Hits. Ob ein Track funktioniert oder nicht, das hängt immer noch von den Fähigkeiten des Mannes hinter den Reglern ab. Und gerade dadurch, dass heute jeder ohne hohen Kostenaufwand amtlichen Sound produzieren kann, ist Kreativität gefragter den ja. Nur durch gute Ideen kann man heute noch wirklich auffallen und was reißen.


Im Moment gibt es viele junge DJs und Produzenten die mit ihren Produktionen auf sich aufmerksam machen. Ihr zählt ja auch zu dieser „Jungen Garde“. Gebt doch denjenigen mal einen Tipp, der eurer Meinung nach hilfreich ist, die noch nicht so weit sind wie Ihr. Dominik: Wir können eigentlich nur die Tipps geben, die alle anderen Produzenten geben: Wenn man gute Lieder produziert wird man auch einen Deal bekommen – das war schon immer so und wird auch immer so sein. Leider zählen aber oft auch Beziehungen zu den „Big Names“… Wir haben beide auf Online-Plattformen angefangen und einen gewissen Weg hinter uns, was bedeutet, dass wir wissen, wie niederschlagend es sein kann, wenn man eine Absage bekommt. Motivation und Durchhaltevermögen, sowie Kontinuität und das Entwickeln eines eigenen Stils sind deshalb sehr wichtig. Was uns auch schon aufgefallen ist, ist, dass viele junge Produzenten nicht mit konstruktiver Kritik umgehen können. Patrick: Stimmt. Es kommt öfters vor, dass man seine ehrliche Meinung zu einem wirklich schlechten Track abgibt und als Dankeschön beschimpft oder hintenrum bei anderen Leuten als arrogant oder „Mr. Superstar“ bezeichnet wird. Oft fehlt den Leuten das eigene kritische Ohr. Viele finden sich schon auf Anfängerstatus so mega geil, dass sie eigentlich nichts mehr an sich ändern wollen. Wir sind der Meinung, dass ohne Selbstkritik auch der Selbstantrieb und die Motivation sich weiter zu verbessern und zu entwickeln, fehlen. Dominik: Wir hören uns trotz allem gerne jeden Track an, der uns zugeschickt wird. Ist ne Bombe dabei, leiten wir die auch gerne weiter.


Was würdet Ihr als den bisher größten Erfolg in Eurer noch recht jungen Karriere bezeichnen? Dominik: Ich denke, dass „Kamui – Ghosts“ auf Overdose Records der vorläufige Höhepunkt gewesen ist. Der Track war einfach noch mal schöner, frischer Hardtrance, der noch rechtzeitig released wurde, bevor Overdose vollends den Bach herunterging. Ein Jahr später wäre es damit schon schwieriger geworden, zumal es heute den „alten Sound“ kaum noch gibt. Wir haben in den letzten 2 Jahren weniger Musik gemacht und dafür mehr über Musik geredet, beobachtet und viele Styles gehört und studiert. Vieles blieb unveröffentlicht, weil ein Großteil davon Mist war. Uns selbst hat es aber sehr gut getan. Wir konnten Ideen tanken und viel experimentieren.


Patrick hat mir mal verraten, dass Ihr nur 1/6 eurer Platten in Deutschland absetzt. Der größte Teil würde im UK und Kanada abgesetzt. Warum vermutet Ihr ist das so? Patrick: Nun, genau genommen nicht nur im UK und Kanada, sondern allgemein im Ausland, vorwiegend in den englischsprachigen Ländern. Warum ist das so? Nunja, weil die im Gegensatz zu Deutschland eben auch auf den etwas härteren Sound stehen. (lacht)


Habt ihr bei Euren Gigs im Ausland oder auch hier zu Lande irgendeine kuriose Geschichte erlebt? Und seid ihr bei Gig nur als DJs unterwegs oder macht ihr auch Live Performance? Patrick: Um ganz ehrlich zu sein, viel aufgelegt haben wir bisher noch nicht. Wir wollten uns erstmal darum kümmern mit unserer Musik etwas bekannt werden. Jetzt geht es dann so langsam los mit dem Auflegen. Letzte Woche in England ist mir ein Klassiker passiert. Wollte eine neue CD in den Player legen und habe dummerweise nicht den freien Spieler genommen, sondern die CD ausgeworfen die gerade lief. Und genau zu dem Zeitpunkt waren die Leute auch noch richtig in Fahrt. Dann gab es erstmal laute „BUH“ Rufe, weil alle dachten jemand von den Veranstaltern hätte den Saft abgedreht. (lacht) Und das blödeste war, dass ich die CD wieder eingelegt habe und zu der Stelle geskippt bin, an der gestoppt wurde. Klingt echt toll, so eine skippende CD im Club. Bei einem Plattenspieler hätte man einfach wieder auf Start gedrückt und fertig… Naja, Shit happens. (lacht) Dominik: Live Performance kommt vorerst nicht in Frage. Erstmal muss das Deejaying gut laufen. Alles kann man leider auch nicht machen. Ich schreibe momentan mein Abitur und Patrick studiert Jura, da sind wir schon froh, wenn wir regelmäßig unsere Veröffentlichungen haben und ein bisschen Auflegen gehen…


Meint Ihr, dass in der deutschen Trance Szene, im Gegensatz zu anderen Ländern, etwas anders ist? Denn man hört immer wieder, dass in Deutschland gerade Trance keinen guten Ruf haben soll, woran könnte das Eurer Meinung nach liegen? Dominik: Ich denke, dass es offensichtlich ist, dass hier in Deutschland ein etwas anderer „Trance“ produziert und verkauft wird als im Ausland. Im Vergleich mit „echten“ Tranceproduktionen steht der, hier tonnenweise auf den Markt geworfene, Kirmestrance einfach schlecht da – zu Recht. Es gibt einfach extreme Unterschiede zwischen dem detailverliebten Trance und sinnlosen „Hau’ drauf“ - Kirmesproduktionen. Die Leute, die aus GER kommen und „Armin van Buuren tauglichen“ Trance produzieren, kann man an einer Hand abzählen. Auf der etwas härteren Trance Schiene sieht es ehrlich gesagt noch viel schlimmer aus… Das Hands Up Ding ist jetzt dann aber auch endlich durch. Die typischen Labels bekommen kaum noch etwas verkauft. Der Hands Up von vor 3 Jahren ist heute nicht mehr „Bumm Bumm“, sondern 70, 80, 90 Cover im cheesy Housegewand (lacht). Patrick: Ein großes Problem hier in Deutschland ist nicht nur die Musik selbst, sondern auch die Art und Weise wie die Leute darüber sprechen. Frag doch heute mal ne 17 jährige Deutsche was Trance ist. Entweder sie hat davon noch nie gehört oder ihr fällt außer „Scooter und Crazy Frog“ nichts weiter ein. Wenn du sie dann fragst wie Leute aussehen, die Trance hören, wird sie dir von den Zelthosen, eigenartigen Tanzstilen und von „Pillenfressern“ erzählen. Trance, Techtrance, Hardtrance, Progressive Trance - für den Normalo ist das alles „Techno“, belastet mit Klisches aus den 90ern. Ich habe den Eindruck, dass sich die Leute in Ländern wie Holland oder dem UK weniger Gedanken über die Bezeichnung des Musikstils und seine Anhänger machen, sondern die verschiedenen Stile nebeneinander existieren lassen, anstatt sie gegenseitig zu verdrängen und schlecht zu machen. Ich persönlich denke, dass die deutsche „Electro-Welle“ eher kurzlebig sein wird - es ist halt gerade trendy bei den Teenies. Wenn man aber mal genauer nachforscht wird man merken, dass es ihnen weniger um die Musik geht, sondern vielmehr darum, sich selbst im neusten Fummel den andern Leuten im Club zu präsentieren. Die beste Stimmung findet man immer noch bei den ausgelutschten House Coverversionen, die mindestens genau so grausam sind, wie die dämlichen Hands Up Cover. Früher oder später werden sich die Leute wieder nach guten Melodien und Atmosphäre sehnen und Trance wird wieder an Gewicht gewinnen. Die Frage ist nur wie lange das dauern wird.


Das ist eine gute Frage. Am Freitag dem 24.04.06 hat sich die Großraumdiskothek GIGA Parc in Dülmen mal an die Materie Trance gewagt. Im Gästebuch der Internetseite gab es von Stammpublikum eher negative Kritik zu der Veranstaltung. Aber auch sehr viel positive Beiträge von Trancebegeisterten Besucher der Party, die darum bitten so was doch öfter zu machen. Meint Ihr das ist ein Weg in die Richtung, die Trance wieder zu besserem Ansehen verschaffen kann? Patrick: Um ehrlich zu sein, ich stehe dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber. Wir haben hier in Stuttgart das Proton, wo auch heute noch jeden Samstag Trance läuft - aber so richtig voll wie Freitags wenn Hip Hop läuft, wird es nicht. Nur wenn absolute Top10 DJs, die auf dem deutschen Markt bekannt sind, auflegen besteht die Möglichkeit, dass der Laden sich füllt. Es schockiert einfach, dass ein Club, der sich wirklich anstrengt und versucht Qualität zu bieten, am Ende so enttäuscht wird. Das Proton wurde komplett renoviert, feinste Sound - und Lichttechnik, ein Jahr lang wurden viele gute DJs gebucht etc. – es hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Hier ein Beispiel: Kürzlich haben Mark Norman und Cor Fijneman aufgelegt und es war kaum jemand da. Mit dem Technoclub in Frankfurt war es doch nicht anders. Top Leute, aber es interessiert einfach keinen. Denn wer außer den richtigen Insidern kennt hier schon Mark Norman? Es zieht immer nur der Name, nicht die Musik selbst. Da kann ein Resident das gleiche Set spielen wie Armin van Buuren, der Laden wird trotzdem nicht voll. Bei House und Electro funktioniert das schon wesentlich besser… Dominik: Trance hat einfach nicht dieses saubere Image wie in den Niederlanden. Die Majors können ihre ganze Promotionmaschinerie hier viel besser auf – etwas überzogen dargestellt - Houser mit D&G-Brillen, Fahrradhandschuhen, Irokesenfrisur und Bling-Bling-Gürteln ausrichten, als auf lustige Männlein, die sich Pillen einschmeißen, in Netztops, Plateauschuhen und Schlaghosen gekleidet, trillernd durch die Gegend hüpfen. Das war in den 90ern in, aber nicht mehr in diesem Jahrtausend. Ein weiteres Beispiel: 500m vom Proton entfernt steht das M1 – ein unglaublich angesagter Houseclub. Vor ein paar Monaten hat Thomas Schumacher dort aufgelegt und der Laden war randvoll, die Leute haben bis zum Umfallen gefeiert. Vor 2 Wochen war Thomas Schumacher dann im Proton und nichts war los. Was sagt uns das? Das Image und die ganzen hässlichen Klischees zählen in Deutschland so viel, dass es momentan fast unmöglich scheint, etwas zu bewegen. Der Markt hier ist so unglaublich beeinflussbar und oberflächlich, dass man am liebsten laut schreien würde. Patrick: Gut, Fahrradhandschuhe werden sicher auch wieder aus der Mode kommen und vielleicht sind die Leute dann auch wieder offen für neues. Vielleicht verstehen die Massen und die Medien dann, dass Trance nicht Computerknöpfchen drehen, Drogen und Kirmes bedeutet. Eine neue Generation von jungen Produzenten wächst heran und bringt möglicherweise den Wandel. Nur ist es sicher verfehlt mit aller Gewalt die „Trance-Opas“ aus den 90ern wieder in die Clubs zu zerren. Das sind Leute, die mittlerweile über 30 sind, Frau, Kind und Haus haben und lieber mal mit den Kiddies ins Musical gehen. Wenn sie mal für einen nostalgischen Abend zurück in die Clubs kommen, dann ist das ja schön. Aber Ziel sollte es sein die jungen Leute zwischen 16 und 20 für Trance zu begeistern, denn DIE füllen die Clubs und sind noch beeinflussbar. Jemand mit 25 wird sich wohl eher weniger umerziehen lassen... Dominik: Wir sind trotz allem optimistisch, auch wenn das gerade etwas härtere Kritik war. Denn es gibt auch gute Ansätze. Das Line-Up des diesjährigen DJ-Meetings hat uns im Vergleich zu dem der letzten Jahre sehr positiv überrascht. Eine schön ausgewogene Mischung aus Trance, House, Techno und Hardstyle. Wieso nicht überall so…


Da ihr ja auch einige Male im Ausland gebucht wurdet, welche Erfahrungen habt ihr mit dem jeweiligen Publikum gemacht? Gibt es große Unterschiede zum deutschen Club- oder Eventpublikum? Dominik: Wie gesagt, auf sonderlich viel Erfahrung können wir nicht zurückblicken, das kommt hoffentlich dieses Jahr noch alles. Aber eine Sache fällt dann doch ganz deutlich auf. In einem deutschen Trance Club, der Platz für 800-1000 Leute bietet, aber nur von 100 Leuten besucht wird, da ist die Stimmung in der Regel echt mies. Die Leute sitzen an der Bar, trinken was und gehen sogar einfach nach 1-2 Stunden. In England ist es beispielsweise so, dass dann diese 100 Leute vorne zusammen Party machen und trotzdem eine gute Zeit haben. Dieser Optimismus fehlt hier in DE etwas. Patrick: Bleibt nur noch die Frage offen, ob das dort auch so wäre, wenn von den 100 Leuten 85 nicht auf Drogen wären. (lacht)


Globalbeats.fm ist ein noch recht junges Internetradio. Die Macher des Radios wollen möglichst viele Richtungen der elektronischen Musik bedienen. Auch haben in den letzten Monaten einige internationale DJs Gastmixe in verschiedenen Sendungen gegeben. Wie seht Ihr die Chancen dieser Art von Radio? Dominik: Ich bin mir sicher, dass Internetradios die Zukunft sind, da sie eine viel größere Bandbreite bieten können als normale Radiosender. Das ist gut so – endlich kann man sich aussuchen, was man hören möchte. Es besteht aber auch die Gefahr, dass man in der Masse der ganzen Online-Radiostations untergeht, da diese momentan zu tausenden aus dem Boden sprießen. Wer sich mit Qualität behauptet hat aber längerfristig gute Chancen – es ist aber, wie bei der Musik, ein langer Weg. Ich glaube, dass man mit Features und den richtigen Partnerseiten gut auf sich aufmerksam machen kann. Patrick: Sehe ich genauso. Die Sendungen im „echten“ Radio sind in der Regel zu primitiven Talkshows mit 5 Minuten Werbeblocks verkommen, die Musik ist der totale Einheitsbrei. Wer braucht denn so was bitte? (grinst)


Wo kann man Euch in der nächsten Zeit erleben? Patrick: In Deutschland eher seltener, da wir hier nicht so viele Bookings bekommen. Bin gerade von einem Gig in England zurückgekommen, wo wir beide Ende Mai wieder spielen werden. Voraussichtlich ist Anfang Juni ein Date im Proton in Stuttgart und in Vancouver, Kanada. Im August werden wir wohl auf der Nature One spielen und im September geht es für zwei Wochen auf Tour durch Australien Aktuelle Infos gibt es natürlich auf www.kamui-music.com


Vielen Dank für das Interview, und weiterhin noch viel Erfolg. Patrick: Kein Thema, wir haben zu danken. Dominik: Ich brauch einen Kaffee, das war lang. (beide lachen)
HawkHallo Hawk, wie geht es dir? Hast du die Grippe gut überstanden? Hi, mir geht es wieder gut, danke. Und ja, die Grippe, ich bekomm sie irgendwie jeden Winter. Nächstes Jahr wirds mich wie die alten Leute niederstrecken. Ich hasse krank sein, gott sei dank, war die Grippe nach einer Woche weg, nun gehts mir besser. Obwohl ich krank war, hab ich die Zeit zum produzieren genutzt.


Schön zu hören, dass es Dir wieder besser geht. Dein erstes Release kam im November 2005 auf dem Label Anjunadeep raus, ein Progressive-Trance Track, “Need For Cognition” – beschreib mal Dein Gefühl, wenn du siehst, das viel große DJs Deine Produktion spielen und hättest Du mit soviel positivem Feedback gerechnet? Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht mit soviel positiven Feedback gerechnet. Als Anjuna den Track signte, war das eine große Überraschung für mich und ich konnte es gar nicht richtig realisieren, dass ich ein Release auf einem solch großen Label bekam, bis ich tatsächlich die Vinyl in den Händen hielt. Der Support für “Need For Cognition” war wirklich riesig, DJs wie Armin van Buuren, Tall Paul, Andy Moor, Above & Beyond, Markus Schulz, Jon O`Bir und viele andere. Man bekommt ein merkwürdiges Gefühl, wenn man weiß, dass so viele Leute deinen Track auf der Welt hören und die großen DJs den Track wirklich mögen und oft spielen, den du gemacht hast. Aber ich muss schon sagen, ich hab ein großartiges Label, welches sich viel Mühe gibt, mich als Artist zu unterstützen und zu promoten. Die Leute bei Anjuna machen einen sehr guten Job!


Woher bekommst du die Inspirationen und Einflüsse für Deine Tracks? Naja, die Inspirationen können von überall herkommen. Ich bin mir nicht wirklich sicher, wo die eigentlichen Ideen für mein Material entstehen. Manchmal entwickeln sich Ideen, wenn ich zurück aus dem Club komme, wenn ich mit meiner Freundin entspanne, manchmal beim Reisen oder einfach nur beim hören von Tracks. Es gibt viele Produzenten von denen ich inspiriert werde: Prodigy, Underworld und den Chemical Brothers. Aktuell mag ich gerne den Sound von BT, Mark Otten und Andy Moor. Dabei versuche ich, sie nicht zu kopieren, aber ihr Style ist wirklich grandios.


Wie lange brauchst Du circa, um eine Hawk Produktion fertigzustellen? 3 Tage, 17 Stunden und 21 Minuten! Ne im Ernst, es ist immer unterschiedlich. Manche Tracks bastle ich in 2 oder 3 Tagen, aber es kann eben manchmal auch 1-2 Wochen dauern. Danach “teste” ich die Tunes in meinen Sets und nehme dann im Studio eventuelle Änderungen vor, um sie nochmals zu verbessern.


Erzähl uns von Deinem Track “Cantus” – soll er nur ein Digital Release bleiben oder bekommen wir doch noch die Möglichkeit, ihn als Vinyl zu kaufen? Ja, bis jetzt ist es nur ein Digital Release und auf Real Music Records möglich, ihn zu downloaden. Er wurde bereits von Armin van Buuren, Paul Oakenfold und Markus Schulz supported. Ich würde es sehr schön finden, wenn er doch noch auf Vinyl rauskommt und wenn den Track mehr Leute hören wollen, dann sollten sie eine Email an ein Record Label schreiben, hehe.


Dein anstehendes Release ist “Space Between”, wann kommt es raus und welche Remixe dürfen wir erwarten? Die Veröffentlichung ist auf den frühen März angesetzt und wenn ich mich nicht irre, dann kann man ihn bereits als Promo bei Audiojelly haben. Der Track wird auf Active Records erscheinen, also haltet die Augen offen. Und es wird einen großartigen Remix von Nick Thompson geben, der schon recht großen Anklang findet. Außerdem gibt es einen recht progressiven Remix von Kenneth Thomas dazu, der wirklich fett geworden ist.


Kannst Du unserer Leserschaft vielleicht schon von anderen spannenden Releases berichten? Es wird demnächst meine erste EP unter “Hawk” geben, die gerade fertig geworden ist. Ich hoffe, sie wird gut einschlagen. Desweiteren steht eine Veröffentlichung von meinem “Air Breeze”-Projekt an. Das ist eine neue Sache, um etwas trancigere Produktionen zu starten, da hab ich auch schon das erste Release in meinen Sets und Radioshows gespielt. Und dann gibt es noch Pläne für einen Vocal Track und vieles mehr, aber ich will an der Stelle noch nicht alles verraten.


Was können wir für tolle Remixe in Zukunft erwarten? Oh ja, mit Remixen war ich in letzter Zeit auch sehr beschäftigt. Da wären der Remix zur Mark Otten Single “So Serene”, ich hatte ihn mehr oder weniger aus Spaß gemacht, aber es hat sich dann ergeben, das er als Digital Release auf Armind erscheint, hehe. Mein Remix zu “Bakke & Ljunqvist – Bali” wird diesen Monat auf Enhanced Progressive released.


Seit wann bist Du der Elektronischen Musik verfallen? Gute Frage …also ich war schon immer sehr von den Sounds der Synths und angetan. Ich erinnere mich, als ich etwa 6-7 Jahre alt war, da hing ich immer an dem Amiga von meiner Schwester fest. Damals faszinierte mich das Basic Tracker Programm. Aber ich vermute, richtig begeistert von der Elektronischen Musik bin ich erst, seit ich 1994 “Lush 3.1” von Orbital gehört habe.


Und wie würdest Du Deinen eigenen Sound definieren? Am besten trifft es, wenn ich sage: harmonische Melodien mit einer deepen Bassline, beides kann man sowohl im Club als auch nur über Kopfhörer genießen.


Du hast ein eigenes Studio in Oslo, wie ist Dein ideales Studio Equiptment, Hardware oder Software? Noch vor einigen Jahren war ich ein ziemlicher Hardware-Freak. Ich versuchte so wenig wie möglich mit Software zu arbeiten und steckte mein ganzes Geld nur in Synths und Hardware. Aber seit 2 Jahren benutze ich immer mehr Software, ich schätze sehr den Fortschritt der Software im Producing-Bereich, es geht nichts über gute Software. Manche halten an hartnäckig an Hardware fest, aber für mich ist mittlerweile Software genau das was ich brauche.


Auf Deiner Homepage hab ich gelesen, dass Du mal früher in Deiner Schulzeit ein Axel Rose Jacket getragen hast, in der Hoffnung, Du wärst der nächste Rock-Superstar – was war genau der Grund, das Dich die Elektronische Musik gepackt hat? Haha, ohh nein … das Jacket “fing” mich! Jeder kramt diese Geschichte raus, hehe. Mit ca. 8 Jahren war ich großer Guns`N Roses Fan, aber eigentlich nur, weil meine große Schwester sie immer hörte. Ich spielte zu dieser Zeit Gitarre und spielte auch mal “Knocking On Heavens Door” vor knapp 500 Leuten! Wie peinlich, ;-). Naja, und die Elektronische Musik begeisterte mich durch ihre Melodien. Die Frage ist doch: was kannst du nicht mit Elektronischer Musik anstellen? Für mich ist sie ideal, da man mit ihr alle anderen Genres verbinden kann. Mit Melodien kannst du unheimlich viel Emotionen transportieren und dem Hörer so ein Gefühl deines momentanen Augenblicks geben.


Aber Du bist ja nicht nur Producer/Remixer, sondern die Leute können Dich auch als DJ erleben. Für Dich selber, was macht Dir mehr Spaß – produzieren oder DJ-ing? Das ist richtig, eigentlich bin ich länger DJ als ich Producer bin. Sich zu entscheiden, was mehr Spaß macht, ist schwierig, ich liebe beides! In einem Club Platten auflegen und andererseits Tracks zu produzieren, die die Leute verrückt werden lassen, ist ein ganz besonderes Gefühl. Daher kann ich mich nicht entscheiden, zu schwierig.


Gibt es Unterschiede im Sound zwischen Deinen Produktionen und dem was Du als DJ auflegst oder was dürfen die Partyleute in Deinen Sets für einen Style erwarten? Ich lege meist auch das auf, was ich produziere. Aber es ist halt auch von den Partyleuten selber abhängig, was ich auflege. Manchmal mehr Trance und manchmal eben mehr deepen Progressive. Es liegt an der Crowd was sie hören will, hehe. Ich behaupte aber, weder nur Trance noch nur Progressive zu spielen: ich versuche, eine gute Balance zwischen beiden Genre`s zu finden.


Du hast zwei DJ Resident Jobs auf ETN.fm (checkt seine Homepage dazu), sind noch andere Events in Planung? Ja, ich habe jetzt nur noch 1 Resident Job auf ETN.fm, weil sich in den letzten Tagen da einiges geändert hat. Dafür wird bald eine Radio Show auf einem großen amerikanischen Radio Sender dazukommen, kann diesbezüglich leider noch nichts weiter verraten. Es wird dieses Jahr auch einige internationale Gigs geben, wobei viele davon noch nicht ganz spruchreif sind.


Ok, welche Musik bevorzugst Du, wenn Du nicht gerade Elektronische Musik hörst? Ich höre relativ viele unterschiedliche Genre`s. Zum Beispiel Mew, Kent, Coldplay, The Mars Volta beschallen meinen I-Pod.


Was hast Du sonst noch für 2006 geplant? Ich werde sicherlich weiter mein Studium verfolgen und habe mir soeben meine erste Wohnung gekauft. Da Wohnungen hier in Norwegen ziemlich teuer sind, hoffe ich, dass sich meine Scheiben gut verkaufen, haha. Musik wird eine große Rolle für mich weiterhin sein und ansonsten gehe ich davon aus, ihr werdet Namen wie “Hawk”, “HKN” oder “Air Breeze” nicht das letzte mal gehört haben dieses Jahr.


Zu guter Letzt noch eine persönliche Frage: was macht der Umzug in Deine erste Wohnung? Du schreibst auf Deiner Homepage, es ware sooo schwer … ;-) Ich entschied mich zum Kauf der Wohnung, da ich keine Lust mehr hatte, mir eine zu mieten. So ist es für mich einfach rentabler. Und das erste, was in meine Wohnung kommt, sind mein Bett und meine Freundin … noch offene Fragen? hehe.


Ja, dann ist ja alles in bester Ordnung. Ich danke für das ausführliche Interview und Dir noch alles Gute und viel Erfolg für 2006! Ich habe zu danken und wünsche euch und dem Globalbeats Radio viel Erfolg.


Links:
www.hawkmusic.nu
www.myspace.com/hakonlofthus/
www.anjunadeep.com
www.realmusicrecordings.com
Hey Glenn, wie geht es dir? Kannst du uns bitte ein bisschen was über dich erzählen? Was machst du neben dem Deejaying? Im Moment habe ich einen Full-Time-Job in einer Telefongesellschaft. Allerdings bin ich damit nicht richtig glücklich. Ich hoffe, dass sich das bald ändert. Ich habe einen Kurs besucht, bei dem man die Grundlagen des Musikproduzierens beigebracht bekommen hat und so werde ich nun langsam den nächsten Schritt meiner Karriere als Musiker beginnen, bei dem eines Tages hoffentlich ordentliche Resultate herauskommen. Auch sonst kann ich mir ein Leben ohne Musik kaum vorstellen. Ohne Musik wäre ich kein richtiger Mensch. Sogar auf Arbeit versuche ich immer irgendwelche Sets, die ich heruntergeladen habe, auf meinem Mp3-Player zu hören. An den Wochenenden könnt ihr mich, viel zu viel trinkend, auf diversen Partys finden (es sei denn, es spielt ein bekannter DJ, da bleibe ich komplett nüchtern) oder ich bin einfach bei meinen Freunden oder manchmal verbringe ich auch ein Wochenende zu Hause.


Du hast für ‘Tranceparency’ am kommenden Dienstag einen Gastmix gemacht. Was können die Hörer von dir erwarten? Was für Musik spielst du? Eine Stunde mit vielen progressiven Leckerbissen… Meiner Meinung nach einige der besten Tracks im Moment, die in vielen Cases von Progressive-DJs zu finden sein werden. Ich spiele allerdings nicht einen Hit nach dem anderen. Eine einstündige musikalische Reise aufzubauen, ist viel eher mein Ziel. Das mache ich sonst so, und diesmal ist das auch so.


Was willst du mit der Musik ausdrücken? Bestimmte Emotionen und Gefühle? Unabhängig von einzelnen Genres finde ich, dass vieles (nicht alles) sehr progressiv und deep ist. Musik ist für mich etwas Unergründliches und ich möchte meine Gefühle, meine Leidenschaft an die Hörer weitergeben. Warum ich der Meinung bin, ein Großteil der Musik ist progressiv? Ich sehe das als DJ – ein Set erfordert einen immer weiter fortschreitenden Aufbau und muss den Hörer zu dem Punkt bringen, an dem ich ihn als DJ haben will.


Wie bist du zu elektronischer Musik gekommen? Hast du Idole, die dich dazu inspiriert haben? Es gab hier einen lokalen Radiosender, bei dem jeden Tag, als ich aus der Schule kam, eine zweistündige Show mit einem DJ von hier lief – nach dieser Zeit habe ich nie wieder etwas von ihm gehört und das war ungefähr 1998. Ich habe den wunderschönen, verträumten Uplifting Trance dieser Tage entdeckt und einige Produzenten, denen ich meine Leidenschaft zu elektronischer Musik verdanke, und die mich zudem gemacht haben, was ich heute bin, wie z. B. Vincent de Moor, Ferry Corsten und der alte Tiesto. Den ersten DJ, den ich richtig verehrt habe, war Ferry Corsten, der 1999 – 2000 einfach geniale Sets hingelegt hat. Aktuell höre und liebe ich immer noch Uplifting Trance und auch einige der neuen Sachen, die rauskommen, aber meine wirkliche Leidenschaft gilt dem progressiven Sound. Wer hat mich inspiriert? Eigentlich jedes gute Album, was ich gehört habe. Ganz neue Sachen begeistern mich auch. Zum Beispiel habe ich die Alben von Dousk und Nathan Fake wahrlich genossen.


Was sind deine Top10 Tracks im Moment? Gar nicht so einfach, aber seht selbst:
01. Miss – Rhinoplasty (Mike Brin Remix) [Magnolia]
02. Jay Lumen – Lima (Snake Sedrick Remix) [Tilth]
03. Maindave - Roboacid [Aurium]
04. U & K - Paranoid [L2]
05. Simon & Shaker – Zero [Electronic Elements]
06. Kopi Luwak – GT [Bonzai]
07. Abdul Bayyari - 400 Years Till Dawn (Eelke Kleijn Remix) [Selective]
08. Junk Science - Moodswing (Nikola Gala Remix) [Underground Lessons]
09. Francis Davila – Disolution [Istmo]
10. Darren Gate - Track 2 [Skip]


Danke für die Möglichkeit, dass wir deinen Sound zu hören bekommen. Wir wünschen dir alles Gute für deine Zukunft und deine Pläne. Vielen Dank für die Einladung zu der Show. Es war mir ein Vergnügen.


Links: www.glenn-holmes.com
Gabriel BatzHi Gabriel, wie geht es dir? Am kommenden Dienstag wird es ein einstündiges Set von dir auf globalbeats.fm geben. Was können wir in deinem Set erwarten? Wie würdest du deinen Style definieren? Mir geht es gut, danke. Meinen Sound würde ich als melodische EDM bezeichnen. Aber das kann man in viele Richtungen interpretieren. Ich unterscheide hauptsächlich zwischen zweierlei Arten von Musik… guter und schlechter. Ich versuche auch immer mehrere Styles zu spielen und nicht nur irgendwo festzustecken. Das kann alles von Tech House bis Elektro über Progressive bis hin zu Trance sein, allerdings immer mit dem Hauptaugenmerk auf melodische Elemente. Das macht es für mich und die Hörer frischer und interessanter.


Du hast kürzlich einen Remix zu Attention Deficit`s ‚What’ gemacht. Wie bist du an den Remix gekommen, schließlich ist der Track schon ein paar Jahre alt, nur hat es fast drei Jahre gedauert bis es ‚What’ zur Veröffentlichung geschafft hat? Das hat eine längere Geschichte... Zu allererst remixte ich David Guetta`s ‚The world is mine’. Mein Remix hat mehr die melodischen und elektronischen Elemente in den Vordergrund gerückt. Dadurch haben sich mir einige Türen geöffnet. Markus Schulz ist der Track zu Ohren gekommen und daraufhin hat er ihn auch gespielt. Im September 2005 ist er dann nach Montreal gekommen und dort habe ich mich mit ihm getroffen. Er wusste gar nicht, dass ich aus Montral komme. Später hat er mich dann gefragt, ob ich daran interessiert wäre einen Track zu remixen, den er gesignt hat. Anfangs hatte ich auch keine Ahnung, was für ein Track gemeint war. Ich habe zugesagt und habe dann volle drei Wochen an dem Remix gearbeitet. Der Rest ist Geschichte…


Wird es in naher Zukunft weitere Tracks oder Remixes von dir geben? 2006 wird ein wichtiges Jahr für mich, denn ich werde reichlich Material veröffentlichen. Drei meiner Eigenproduktionen (Painfull desire, Fendahl, Inner touch) kommen auf M.I.K.E.`s Club Elite Imprint bei Armada. Sechs weitere Tracks werden bei Fiberlineaudio released. Dann arbeite ich auch noch mit verschiedenen anderen Künstlern zusammen, was im Moment auch sehr gut läuft. Außerdem arbeite ich noch an einem zweiten Indie-Album ‚Changes’, welches dann möglicherweise im Sommer veröffentlicht wird. Und nun zu den Remixen: Mein Remix von V-Sag`s ‚Kittie in an empty house’ wird demnächst bei Fiberlineaudio rauskommen, der für Spekuless’ ‚Curacao’ Ende März bei Alter Ego Progressive und ein Remixpaket von Nick Thompson & Spekuless’ ‚Deep level lives’ mit einem Remix von mir bei Real Music Recordings.


Machst du das Produzieren als Full-Time-Job oder lediglich nebenbei? Ich bin Full-Time Produzent, DJ und Remixer und ich werde weitermachen meine Ziele mit der Musik zu erreichen.


Wie läuft es ab, wenn du produzierst? Fängst du mit einer Melodie an oder einer Bassline oder ganz anders? Bei Remixen kommt es ganz auf die einzelnen Teile an, die ich bekomme. Bei meinen eigenen Tracks kann das variieren. Das hängt alles von meiner Laune und meiner Gefühlslage ab.


Was inspiriert dich? Das Leben an sich ist eine immer fortwährende Inspiration. Ich nehme mein Leben und die Musik jeden Tag so wie es kommt. Ich bin gesegnet, dass ich das Glück hatte Leute zu treffen, die Schlüsselrollen in meiner Entwicklung als Artist, aber auch als Person hatten. Montreal inspiriert mich auch sehr. Es ist eine wunderschöne, reiche Stadt mit viel Kultur und Vielseitigkeit. Das hat einen starken Einfluss auf meine Musik.


Wann hast du angefangen dich für elektronische Musik zu begeistern? Wie bist du zum Auflegen und Produzieren gekommen? Mein Vater hat mich bereits an die Elektronische Musik herangeführt. Tangerine Dream, Jan Hammer, Vangelis, Depeche Mode und Enya sind einige der Künstler, die ich durch ihn entdeckt habe. Als Kind bin ich auf New Age und Ambient Musik regelrecht abgefahren. Die ganze Plattensammlung meines Vaters bestand aus Vinyls. Er hatte einen kleinen riemengetriebenen Plattenspieler. Der ist schnell zu meinem liebsten Spielzeug geworden. So bin ich zu Vinyl und Turntables gekommen. Später war ich dann Gittarist in einigen Rock Bands. Ich mochte es vor Leuten zu stehen und zu performen und die Aufmerksamkeit, die man dadurch bekam. Auf der High School haben Freunde von mir regelmäßig Partys geschmissen und so habe ich dann mit dem Deejaying angefangen. Ich glaube das war ein ganz natürlicher Ablauf. Aber ich wusste schon immer, dass ich eines Tages selber Musik machen will. Ich wusste, dass ich das in mir drin hatte. Nachdem ich zum ersten Mal Robert Miles` Album ‚Dreamland’ hörte, sagte ich zu mir, dass es genau das ist, was ich in meinem Leben machen möchte. Schnell habe ich dann angefangen mit einem Roland Tr-808, einem 909er, einem Roland Tb-303 und einem analogen Vier-Kanal-Mixer zu experimentieren. Irgendwann wurde mir dann mein komplettes Equipment gestohlen und da habe ich beschlossen auf Software umzusteigen. Und das war die richtige Entscheidung.


Du kommst aus Montreal. Kannst du uns dort einen Einblick in die dortige Trance-Szene geben? Wenn ich sagen würde, in Montreal würde es keine Trance/Progressive-Szene geben, würde ich lügen. Aber wirklich groß ist sie nicht. Aber ich beabsichtige das zu ändern. Und das ist keine leichte Aufgabe. Zum Glück bin ich nicht allein. Montreal ist gesegnet mit einigen Talenten, wie Nick Pilon, DJ Wizz und Ulrich van Bell, welche eher den härteren Trance Sound spielen und auf der anderen Seite Sultan, Tonedepth und Max Graham, die für das progressive Montreal stehen. Wie auch immer, im Moment ist Minimal Techno und Elektro sehr gefragt in der Stadt. Ich bin auch ganz offen für diese Musik, solange die Musik noch melodisch ist. Montreal ist außerdem für eine große Tech-House-Szene bekannt. Tiga, Nivoc, Sean Kosa, Jordan Dare und Akufen, um nur einige zu nennen, sind DJs, die ich bewundere. Die Trance/Progressive-Szene würde schon um einiges besser sein, wenn es einfach mehr Produzenten gäbe. Manchmal komme ich mir wie das schwarze Schaf der Stadt vor…


Was hast du dir als nächstes vorgenommen? Was willst du mit deiner Musik noch alles erreichen? Ich werde mich weiterhin darum bemühen, einige solide Eigenproduktionen zu machen. Auch sehr wichtig sind mir meine Radio-Shows. Ich werde im Frühjahr durch die USA und Europa touren und ein paar Musik-Festivals besuchen. Ich bin für einige Überraschungsmomente gebucht worden, also haltet die Augen offen. Im Sommer werde ich außerdem in den Mittleren Osten reisen.


Angenommen Du müsstest auf eine einsame Insel gehen und nur drei Platten oder CDs darfst du mitnehmen. Welche wären das dann? Brian Eno - Music For Airports, Enya - Paint The Sky With Stars, Paco De Lucia - Fuente y Caudal


Zum Schluss noch ein anderes Thema: Wer wird Fußball-Weltmeister? Ich bin ja selber Lateinamerikaner, also mag ich auch die südamerikanischen Mannschaften. Aber ich muss zugeben, dass die deutsche Mannschaft gute Chancen hat. Bayern München ist einer meiner Lieblings-Fußballvereine.


Danke für das Set und das Interview. Wir wünschen Dir alles Gute in der Zukunft. Tschüss. [Original…] Dank für Haben ich und sieht Sie bald Deutschland!


Links:
www.club-elite-recordings.com
www.armadamusic.nl
www.fiberlineaudio.com
www.etn.fm
www.gabrielbatz.com
Tyler MichaudHi Tyler, wie geht es dir? Am kommenden Dienstag wirst Du mit einem einstündigen Set auf globalbeats.fm zu hören sein. Was können wir von Dir erwarten? Hey, mir geht es gut. Zuerst einmal freue ich mich, den Mix und das Interview zu mit Euch machen zu können.
Ihr könnt in dem Set von allem etwas erwarten. Es wird ein wenig Progressive, ein paar groovige Electro-House Beats, aber immer mit einem Hauch Trance, geben. Mein Style, den ich spiele und auch produziere lässt sich sehr schwer einordnen, aber ich hoffe die Hörer mögen ihn.


Du hast zusammen mit Shawn Mitiska einen Remix zur ‚Interstate – Remember me’ gemacht, der erst auf Coldhabour Recordings und nun auch noch auf ArminD rausgekommen ist. Was ist das für ein Gefühl für Dich? Ich bin sehr, sehr zufrieden damit. Es ist definitiv eine meiner am professionellsten klingenden Produktionen bisher. Das der Remix gleich auf beiden Labels veröffentlicht wurde, war für mich eine Überraschung, mit der ich selber nicht gerechnet hatte.


Wieviele Tracks hast du bisher veröffentlicht? Bis jetzt habe ich vier Tracks als Koproduzent und zwei Remixe veröffentlicht.


Du hast mir ein Sample von einem Track geschickt, welches sich sehr gut angehört hat. Bist Du aktuell mit ein paar Tracks fertig geworden?
Ja, heute erst habe ich einen neuen Track fertiggestellt. Es ist meine erste Solo-Produktion mit dem Titel ‚White Widow’ and ich bin sehr zufrieden damit. Außerdem habe ich noch einen weiteren Track zusammen mit dem kanadischen Produzenten ‚Sunquest’ gemacht. Unter dem Alias ‚Northern Comfort’ wird der Track ‚Don`t look back’ im März digital und auf Vinyl mit Remixen von Genix von Michael Splint erscheinen.


Also sind die Tracks bereits gesigned?
Nein, ‚White Widow’ ist noch nicht gesigned. Ich bin erst damit fertig geworden und habe es bereits an ein Label geschickt. Haltet die Augen offen, was den Track betrifft. 'Don`t look now' wurde bereits bei dem Label 'Real Music' gesignt.


Wann hast du mit dem DJing und dem Produzieren angefangen? Spielst du ein Instrument?
Ich habe mit dem DJing und dem Produzieren vor vier oder fünf Jahren angefangen als ich noch relativ jung war. Ich habe mich damals in EDM verliebt und wusste, dass es das ist, was ich machen will. Begonnen habe ich mit Fruity Loops und zwei Stanton Turntables und über die Jahre habe ich mir ein richtig hübsches, kleines Studio aufgebaut. Anfangs konnte ich kein Instrument spielen, jedoch habe ich durch das Arbeiten mit dem Keyboard einges lernen können. Außerdem habe ich ein halbes Semester lang musiktheoretische Vorlesungen gehört, was mir Verständnis für klassische Stücke gebracht hat und was einfach gut zusammen klingt. Seit etwa sechs Monaten produziere ich wirklich ernsthaft und widme meine volle Konzentration der Musik.


Nutzt du Hardware oder Software? Zum größten Teil habe ich meine Produktionen mit Logic 7 gemacht. Ich hatte eine Weile einen Roland JP8000 Syntheziser, den ich allerdings verkauft habe. Ich denke heutzutage sind Software und VST-Plugins sehr gut in der Lage Hardware zu simulieren und für mein zur Verfügung stehendes Budget ist Software die beste Alternative.


Du hast eine Show bei einem der größten Online Radios, ETN.FM. Kannst du deinen Sound beschreiben, den du dort spielst!
Was ich spiele ist sehr schwer zu beschreiben. Aber wenn ich ihm eine Bezeichnung geben müsste, würde ich sagen, dass es… Melodisch-Progressiver-Treibender-Tech-House…;-)…ist.


Du bist noch sehr jung. Machst du neben der Musik noch irgendwas?
Viele Leute stellen mir diese Frage und ich fühle mich wohl dabei, antworten zu können, dass ich im Moment ausschließlich auf Musik fokussiert bin. Ich habe erst kürzlich die High School abgeschlossen und habe jetzt Zeit bis September, denn dann beginnt das College. Ausgaben habe ich auch keine großen und deshalb kann ich mich voll und ganz meiner musikalischen Karriere widmen, ohne einen richtigen Job zu haben.
Das Jahr wird ein richtiger Test für mich. Werde ich bei der elektronischen Musik bleiben oder werde ich anschließend auf`s College gehen und in einem anderen Gebiet Karriere machen…? Ich denke diese Frage kann nur die Zeit beantworten. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.


Im Moment gibt es viele junge DJs und Produzenten, die sich einen Namen machen. Was denkst Du über diese neue Generation? Ich finde das großartig. Es gibt viele Talente, die aus allen Teilen der Welt kommen und es hat den Anschein, dass die Leute, die qualitativ hochwertige Musik produzieren, immer jünger werden. Das beweist nur wie groß EDM schon ist und noch werden wird und ich bin stolz dazu beitragen zu können.


Heutzutage ist das Internet sehr nützlich, um mit anderen Artists in Kontakt zu kommen. Ich schätze, dass du da ähnlich denkst… Ja, da muss ich Dir auf jeden Fall recht geben. Da ich noch nicht in Clubs gehen darf, da ich noch zu jung bin, ist das Internet für mich sehr vorteilhaft. Anders würden meine Produktionen wahrscheinlich gar keine Aufmerksamkeit erlangen und schon gar nicht released werden.
Ich denke, dass EDM sich immer mehr weiter entwickeln wird und dass auch das Internet in Form von Communities einen großen Anteil daran haben wird.


Globalbeats.fm gibt es nun bereits seit über einem Jahr. Das Radio wird immer bekannter, einige internationale DJs haben bereits exklusive Gastmixe gegeben und eigentlich sind hier alle verschiedenen Stilrichtungen der elektronischen Musik zu finden. Findest du es sinnvoll, dass so ein großes Spektrum abgedeckt wird? Ja, das halte ich für absolut richtig. Ich liebe elektronische Musik in allen Formen, von Chillout und Ambient bis hin zu treibendem Tech-Trance. Ich denke, es würde sehr schnell langweilen, immer nur den gleichen Style zu hören, deshalb denke ich, macht Globalbeats das genau richtig.


Vielen Dank für das Interview und die Möglichkeit ein Set von Dir hören zu dürfen. Wir wünschen Dir alles Gute für die Zukunft und ich wette wir werden noch einiges von Dir hören…

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