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ghosti TranceHeaven war wieder Klasse DJ NordLicht ghosti geilo endlich wieder Tranceheaven DJ NordLicht Good Fly with TranceHeaven Episode 163 jon the dentist Enjoy the mix guys! Sourci Thx for tuning in at all. Sourci The end of this Episode is near. Follow me and soon you can listen this Set with one Bonus Track more.

Statistik

10

Der Titel "Urgestein" ist bei jemandem wie Thomas Schumacher auf jeden Fall angebracht. Zumindest solange er im Sinne von "legendär" und weniger mit der Bedeutung "veraltet" benutzt wird. Im Rahmen seines Sets für GlobalBeats FM bei der Show Get Wilde hatten wir die Möglichkeit, Thomas einige Fragen zu stellen. Unser Ziel war es, etwas besser zu begreifen, wie jemand denkt und arbeitet, der schon so lange in der Szene aktiv ist, wie manch einer unserer Hörer noch nicht einmal alt ist. Lest selbst, ob uns dieser Einblick gelungen ist.


Thomas SchumacherGlobalBeats FM: Hallo Thomas. Danke erst mal, dass du ein wenig Zeit für uns gefunden hast. Du bist inzwischen schon fast 20 Jahre dabei. Macht dir das Auflegen und Produzieren noch so viel Spaß wie früher? Und jetzt bitte keine „Klar, sonst würde ich es nicht mehr machen“-Antwort. Ein bisschen Routine bestimmt dann schon die Herangehensweise, oder?

Thomas Schumacher: Ja, es macht mir noch so viel Spaß wie früher, teilweise sogar noch mehr, weil ich die guten Momente noch intensiver erlebe als in jungen Jahren. Durch die Erfahrung merke ich jetzt ganz genau, wann es soweit ist, dass die Leute sich gut fühlen und gehen lassen. Dann genieße ich jede Minute eines Sets und die Zeit verfliegt.
Was die Routine angeht, so bin ich manchmal über mich selbst erschrocken, wenn ich sehe wie „routiniert“ manche Kollegen ihre Sets durchziehen. Da sind die Abläufe und mixe teilweise komplett geplant. Sowas gibt es bei mir nicht, jeder Abend ist anders, jedes Set verschieden. Ansonsten könnte ich ja auch eine vor-gemixte CD einlegen. Routine hilft allerdings auch, gerade in Situationen wo es eventuell mal ein bisschen länger dauert, bis die Leute sich warm gemacht haben. Da kühlen Kopf zu bewahren und nicht gleich panisch zu werden, hilft sehr.


Wo du gerade den kühlen Kopf ansprichst: Was würdest du eigentlich heute machen, wenn du die elektronische Musik nicht als deine Leidenschaft entdeckt hättest?
Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Music is my life, macht mich glücklich und gibt mir sämtliche Möglichkeiten mich auszudrücken. Mehr kann ich nicht erwarten.


Was sind aus deiner Sicht die 3 größten Veränderungen in der Szene seit dem du dabei bist?
1. Der „Rave“ ist bis auf ein paar Ausnahmen ausgestorben
2. DJs legen mit MP3 Files auf
3. Es gibt kaum einen Flecken auf der Erde der noch nicht „bespielt“ wurde


Interessante Einschätzung. Zweifelsohne alles Dinge, die heute anders sind als früher. Aber viel wichtiger noch: Wie findest du diese Veränderungen? Gut oder trauerst du eher der alten Zeit hinterher?
1. Raves vermisse ich eigentlich nicht. Die guten Raves gab es meiner Meinung nach sowie nur bis Mitte der 90er. Danach war es nur noch Kommerz
2. Ich kann dem auflegen mit dem Laptop nichts abgewinnen
3. Die „globalisierung“ der Musik ist toll, der „Code“ war von Anfang an international da kein Gesang und somit weltweit relevant.


Gerade kam schon der Laptop in deinen Top 3-Veränderungen vor: Vor allem Nachwuchs-DJs, aber auch immer öfter „alte Hasen“ stellen sich die Frage, ob sie mit Vinyl oder digital auflegen sollen. Dass du kein „Vinyl-only“ Verfechter bist, wissen wir schon, aber mit was macht dir das Auflegen am Spaß?
Ich bin ganz klar ein Vinyl Freund und spiele ausschließlich von CD, wenn es noch kein Vinyl des Titels gibt. Vor ca. 3 Jahren habe ich für 6 Monate sehr viel von CD gespielt, schlicht und einfach aus dem Grund, damit ich die Technik gut beherrsche. Als ich mit meinen Skills zufrieden war, habe ich direkt wieder meine Plattentasche gepackt. Für mich ist und bleibt Vinyl mit Abstand die erste Wahl, wenn es ums Auflegen geht. Der Sexappeal eines DJs, der die ganze Nacht auf seinen Bildschirm glotzt, geht gegen Null. Das habe ich schon so häufig erlebt. Das ist der große Nachteil dieser Techik. Wir veröffentlichen weiterhin Schallplatten auf Spielzeug und die Leute kaufen diese auch mit Begeisterung.

Thomas Schumacher


Die meisten DJs hören zu hause natürlich noch jede Menge Musik, die nichts mit Elektronik zu tun hat. Von welchem Gerne oder welchen Künstlern lässt du dich am ehesten inspirieren? Immer noch Depeche Mode, die quasi deine Begeisterung für EDM geweckt haben?
Mit Depeche Mode ist es schon fast ein Ehe-ähnlicher Zustand. Man hat gute Zeiten, tolle Zeiten und auch mal schlechtere...Mit dem letzten Album konnte ich gar nichts anfangen, diese Stadion-Rock-Attitüde gefällt mir nicht. Exciter hingegen war total mein Ding. Also warte ich bis in ein paar Jahren ein neues Album erscheint und dann sehen wir weiter. In der Zwischenzeit höre ich ab und zu mal Depeche Mode, aber nicht jeden Tag. Ansonsten interessiere ich mich für fast alles, was so erscheint. Die Möglichkeiten, spannende, neue Musik zu hören sind durch das Internet explodiert und ich freue mich darüber. Insbesondere wenn man nicht so viel Zeit hat extra in einen Laden zu gehen und CDs durchzuhören, ist das Online Angebot fantastisch. Mein letzter Kauf? Overpowered von Roisin Murphy. Eine grandiose Nummer!


Apropos Inspiration, du bringst nicht nur viel unter deinem Namen Thomas Schumacher heraus sondern auch zusammen mit Caitlin Devlin für das Projekt Elektrochemie. Wie läuft das dann im Studio ab? Sitzt ihr während der gesamten Produktion gemeinsam an dem Stück oder werden die einzelnen Schritte eher aufgeteilt?
Meistens beginne ich mit einem Playback und spiele es Caitlin dann vor. Wenn es sie anspricht, schreibt sie den Song dazu und nimmt die Vocals in ihrem Studio auf (wir haben 2 Aufnahmeräume in unserem Studio). Das Ergebnis hören wir uns dann wieder gemeinsam an und entscheiden, wie es weitergeht. Oftmals spielen wir uns so die Bälle mehrmals hin und her, bis wir mit dem Song zufrieden sind. Momentan arbeiten wir an unserem Debüt Album für Get Physical und wir haben uns entschieden, an den Songs gleichzeitig zu arbeiten. Das ist eine neue Erfahrung: Früher haben wir jeden Song komplett ausproduziert und haben danach mit dem nächsten Titel begonnen. Das war uns beiden aber zu unflexibel, gerade wenn man ein Album produziert kann sich im Laufe der Aufnahmen noch so viel verändern, schließlich dauert es mehrere Monate bis es im Kasten ist. Da ist es gut, die Titel noch ein wenig „offen“ zu lassen, um am Ende dem Album eine klare Handschrift und Linie zu geben.


Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle übrigens jetzt schon mal zu deiner nächsten Veröffentlichung: „Pink Boots“. Auch wenn noch nicht offiziell erschienen, ist ja fast darauf zu warten, dass der Track sämtliche Charts aufmischen wird.
Was dürfen wir denn nach „Pink Boots“ erwarten? Wieder ein Release als Thomas oder eher eine neue Elektrochemie auf Get Physical?
Das Elektrochemie Album ist für September geplant. Ich hoffe bis dahin noch eine Maxi auf Spielzeug zu veröffentlichen, das hängt aber auch immer sehr mit meinem Tourplan zusammen. Auf jeden Fall erscheint noch in diesem Jahr die 6. Perlen Mix CD auf Spielzeug und wir planen zudem eine „Best Of“ CD mit neu gemischten Titeln und Versionen aus meinem Back Katalog. Wie immer, es gibt viel zu tun!


Und gibt’s eigentlich noch Ziele, die man als so erfolgreicher Musiker, wie du einer bist, noch erreichen will?
Na klar! Ich bin noch lange nicht „satt“ und von Natur aus ehrgeizig. Das Tolle ist doch die Tatsache, dass sich die „Szene“ ständig verändert und es eine riesen Herausforderung ist, sich den Veränderungen zu stellen und seinen Sound weiter zu entwickeln. Das brauche ich um auch nach 20 Jahren noch „heiß“ zu sein! Konkret arbeiten wir gerade an einer konzert-tauglichen Umsetzung unserer Elektrochemie Show, denn die Vorstellung, unseren Sound in einem konzertanten Umfeld zu spielen, reizt mich total. Wär‘ ja auch nicht schlecht eines Tages mal auf der Waldbühne hier in Berlin zu spielen.


Thomas, wir danken dir für das Interview und wünschen viel Erfolg mit deiner aktuellen Veröffentlichung „Pink Boots“! Außerdem freuen wir uns natürlich ganz besonders schon auf "Elektrochemie in Concert" und drücken die Daumen, dass alles klappt.
Danke!


Noch mehr Einblicke in Thomas Schumachers kreatives Schaffen, seine nächsten Gigs und Bookingmöglichkeiten gibt's unter den folgenden Adressen:
http://www.thomasschumacher.com/
myspace.com/ultimatethomasschumacher
http://www.spielzeugschallplatten.de/
http://www.wildebookings.com/
Elektrochemie on beatport.com: Get Yourself EP

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